In „Berliner Bessermacher" sprechen wir mit Berliner Unternehmen und Unternehmern darüber, wie nachhaltiges Wirtschaften in der Region aussehen kann. Heute mit: Thomas Pflugner von IKEA in Tempelhof. Über schnell wachsenden Bambus für die Möbelproduktion. Über wiederverwertete PET-Flaschen für Schrankfronten. Und darüber, warum Berlin auch in Zeiten von Corona lebenswert ist.

BR: Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Thomas Pflugner: Hej, ich bin Thomas Pflugner, 38 Jahre alt und gebürtig aus Giesen. Hier habe ich auch mein Studium zum Betriebswirt absolviert. Seit 2013 bin ich als Market Manager für IKEA Deutschland tätig und leite seit 2020 das Einrichtungshaus in Tempelhof.

BR: Was macht Ihr Unternehmen? Und vor allem: was macht Ihr Unternehmen besonders gut, wo liegt Ihre Superkraft?

TP: Unsere Superkraft ist es, den vielen Menschen ihre Wohnträume zu erfüllen und das zu jeder Zeit. Auch mit einem kleinen Budget für Heimeinrichtung ausgestattet, findet man bei uns das richtige Möbelstück, welches dazu noch nachhaltig in der Produktion und mit einem funktionalem Design ausgestattet, direkt zum Mitnehmen auf seine neue Besitzer*In wartet.

Zu etwas ganz Besonderem machen uns aber all unsere Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter, die die Ikea Werte und unsere Kultur täglich mit ins Einrichtungshaus tragen. Und ich kann sagen, gerade in diesen turbulenten Zeiten, präsentiert sich IKEA noch einmal mehr als ein Arbeitgeber, auf den man sich auch in der Krise verlassen kann.

Für mich ist das eine ziemlich beeindruckende Superkraft.

BR: Stichwort Werte: Wie würden Sie das Wertesystem von IKEA beschreiben? Und haben Sie einen bestimmten Moment im Sinn, in dem diese Werte durch die Mitarbeiter und für die Mitarbeiter erlebbar wurden?

TP: Unser IKEA-Wertesystem wird durch acht Werte beschrieben: Gemeinschaft, Einfachheit, Kostenbewusstsein, wir kümmern uns um die Menschen und unseren Planeten, erneuern und verbessern, anders aus gutem Grund, Verantwortung übertragen sowie übernehmen und Führen durch das gute Beispiel. Unser Wertesystem baut auf der Idee auf, dass es für alle Mitarbeiter - also über alle Abteilungen und alle Ebenen hinweg - gültig ist und Entscheidungen im Sinne dieser Werte getroffen werden. Neue Mitarbeiter sollen sich auf Grundlage der Übereinstimmung ihrer persönlichen Wertevorstellungen und dem Wertesystem von IKEA mit unserem Unternehmen identifizieren können.

Im Hinblick auf diese Grundidee ist es auch schwierig, einen bestimmten Moment für die Erlebbarkeit dieser Werte zu nennen. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel aus vielen Momenten. Von der Einfachheit, die wir durch unsere Ansprache mit Vornamen und der gleichen Kleidung für alle Mitarbeitenden ausdrücken, bis hin zu unserem Wert „Wir kümmern uns um die Menschen und unseren Planeten“, den wir zum Beispiel mit unserem wachsenden Sortiment an nachhaltigen Produkten leben.

 

In „Berliner Bessermacher" sprechen wir mit Berliner Unternehmen und Unternehmern darüber, wie nachhaltiges Wirtschaften in der Region aussehen kann. Sprechen Sie mit!

 


BR: Was bedeutet der Begriff Nachhaltigkeit für Ihr Unternehmen oder für Sie persönlich?

TP: Nachhaltigkeit wird von IKEA ganzheitlich betrachtet. Wir achten in der gesamten Supply Chain auf Nachhaltigkeit, wir produzieren u.a. Möbelstücke aus schnell nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus. Ein ganz besonderes Möbelstück ist unsere KUNGSBACKA Küchenfront. Die Front besteht aus Recyclingholz, das mit einer Kunststoffoberfläche aus wiedergewonnenen PET-Flaschen überzogen ist. Genau wie unser Duschvorhang KRATTEN, auch dieser besteht aus Polyester, der aus recycelten PET-Flaschen gewonnen wurde. Zum einen produzieren wir also Produkte, aus recycelten Materialien, um die Umwelt zu entlasten und zum anderen bieten wir unseren Kundinnen und Kunden im Einrichtungshaus oder auf unserer Homepage viele Inspirationen und Möglichkeiten, um im Alltag nachhaltiger zu leben.
Ich selbst versuche, so wenig Plastik wie möglich zu nutzen und somit die Belastung der Umwelt durch unnötigen Müll zu minimieren. Ich kaufe meine Lebensmittel bewusst ein und versuche hierbei auf regionale Produkte zurückzugreifen.


BR: Geben Sie uns bitte ein Beispiel für Nachhaltigkeit, welches Sie nachhaltig beeindruckt hat.

TP: Die Entwicklung des Wasserstoff-Autos.

BR: Stichwort Berlin: Was macht Berlin für Sie zu einer lebenswerten Stadt?

TP: Ganz besonders überzeugt hat mich Berlin als Stadt durch ihr kulinarisches Angebot. Ich ernähre mich schon seit längerem sehr bewusst und genieße die Vielfalt, die Berlin zu bieten hat. Auch wenn dies momentan noch etwas eingeschränkt zur Verfügung steht.


BR: Welchen Beitrag kann die regionale Wirtschaft leisten und welchen Beitrag kann Recycling leisten, damit die Stadt Berlin nachhaltiger und lebenswerter wird?

TP: Aus meiner Sicht wäre es dringend notwendig die Fahrradwege in Berlin weiter auszubauen. Hier sehe ich großen Bedarf. Zudem kann man als Unternehmen den Verbraucherrinnen und Verbrauchern immer auch eine nachhaltige, umweltschonende Variante anbieten. Hierbei ist deutlich zu erkennen, wohin sich der Trend entwickelt.

 

BR: Was sind die größten Herausforderungen, die man dabei überwinden müsste? Und aus welchem Bereich erwarten Sie gute Lösungen?

TP: Ich denke es ist wichtig, dass wir ein gemeinsames Ziel verfolgen. Wir alle wünschen uns doch einen gesunden Planeten und das über Generationen hinweg. Hierfür müssen Politik sowie Bürgerinnen und Bürger zusammenkommen und gemeinsam an der Umsetzung arbeiten. Die Aufgabe der Politik ist es aus meiner Sicht, eine Veränderung zu ermöglichen und die Weichen dafür zu stellen. Wir sind dann natürlich bei der Umsetzung und Mitgestaltung gefragt. Dabei sollten wir neuen Ideen gegenüber offen sein, aber auch bereits bewährte Modelle uneitel übernehmen können.


BR: Würde man das Ausmaß des Klimawandels mit einer Uhr messen, wie spät wäre es dann?

TP: Fünfvorzwölf


BR: Bekommen wir es trotzdem hin?

TP: Ja, aber nur gemeinsam!

 

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