Altes PoolwasserDer Pool im eigenen Garten ist im Sommer er wahrer Segen. Er kühlt die Gemüter, wenn die Temperaturen über 30 Grad im Schatten klettern. Er ist daher eine beliebte Alternative zum Ausflug an den Badesee oder ins Freibad. Doch was macht man mit dem alten Poolwasser? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie das Poolwasser richtig entsorgt wird.

Poolwasser in Berlin entsorgen

Viele Gartenbesitzer machen sich die Sache einfach: Wenn der Sommer vorbei ist, wird dem Planschbecken einfach der Stöpsel gezogen. Das ist jedoch ein Fehler. 

Poolwasser zählt nämlich nach den Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes als Abwasser.[1] Die Versickerung von Abwasser ist in Berlin verboten - auch außerhalb der Wasserschutzgebiete. Wenn Sie das Poolwasser einfach auf dem Rasen versickern lassen, müssen Sie schlimmstenfalls ein Ordnungsgeld zahlen. Die Geldbußen fallen drakonisch aus: Bis zu 50.000 € sind zulässig.[2]

Damit kann das unbedachte Ablassen zur teuren Angelegenheit werden. Um sich diese Kosten (und den Ärger) zu ersparen, sollten Sie das Poolwasser in eine “Mischwasserentsorgungsanlage” entsorgen. Dabei handelt es sich um die Kanalisation bzw. für Haushalte, die nicht an die Kanalisation angeschlossen sind, um die Wassergrube. 

Genehmigung erforderlich

Laut den Allgemeinen Bedingungen für die Entwässerung in Berlin (ABE) ist das Einleiten von Poolwasser genehmigungspflichtig. Die Genehmigung erteilen die Berliner Wasserbetriebe. Der Antrag kann formlos unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gestellt werden.

Poolwasser kann umweltschädigend sein

Der Grund, dass das Wasser aus dem Schwimmbecken nicht einfach versickern darf, ist seine Zusammensetzung. Besitzer eines eigenen Swimmingpools wissen: Das Wasser muss mit verschiedenen Chemikalien behandelt werden. Diese sorgen z.B. dafür, dass sich keine Algen im Wasser bilden können und regulieren den pH-Wert. 

Diese Poolreiniger- und Zusätze würden die Umwelt schädigen, wenn sie versickern. Im Boden sorgen sie im schlimmsten Fall dafür, dass Organismen im Boden geschädigt werden. Da diese Bakterien, Pilze und Algen aber wichtige Nährstofflieferanten für viele Pflanzen sind, leidet womöglich auch die Flora unter dem Poolwasser.

Auch Rückstände von Sonnencreme, Medikamenten und anderen Substanzen, die beim Baden in das Wasser gelangt sind, können negative Auswirkungen auf den Boden und das Grundwasser haben.

Umweltfreundliche Wasserzusätze

Üblicherweise wird dem Wasser Chlor zugesetzt, um einer Verschmutzung vorzubeugen. Der Chlorgehalt sorgt dafür, dass kleine Organismen im Wasser nicht überleben. Für Schwimmbecken, die nicht über lange Zeiträume stehen, brauchen Sie jedoch keine Zusätze. Denn Verfärbung und Algenbildung treten erst auf, wenn das Poolwasser bereits eine Weile genutzt wird und verschmutzt ist. 

Wenn Sie das Wasser im Schwimmbecken oder Pool mit Reinigern versetzen, sollten Sie deren Wassergefährdungsklasse beachten. Kaufen Sie Produkte, die als nicht wassergefährdend eingestuft werden. Zudem kann der Einsatz von Chemikalien durch eine regelmäßige Reinigung des Pools mit Bürste und Schwamm reduziert werden.

Weitere Fragen zur Entsorgung von Poolwasser

Bei Fragen zur Entsorgung des Wassers wenden Sie sich bitte an die Berliner Wasserbetriebe. Diese sind für die Entsorgung von Abwässern, unter die auch Poolwasser fällt, zuständig.


Quellen:

  1. Das Wasser ist durch Zusätze, Reste von Sonnencreme etc. "in seinen Eigenschaften verändert" gemäß §54 Abs. 1 Wasserhaushaltsgesetz (https://www.gesetze-im-internet.de/whg_2009/__54.html).
  2. Die Bestimmungen ergeben sich aus dem Berliner Wassergesetz, §29d und §104 (https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-WasGBErahmen).

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