Das eigene Zuhause steht für Sicherheit und Geborgenheit – nicht aber für einen Ort, an dem versteckte Gefahren lauern. Schädliche Stoffe in der Wohnung oder im Haus können sich jedoch negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner ausüben. Diese unsichtbaren Krankmacher werden „Wohngifte“ genannt. Dazu gehören Schadstoffe, die zum Beispiel durch Baustoffe oder Einrichtungsgegenstände in die Raumluft abgegeben werden. In unserem Artikel erklären wir Ihnen, wo heute noch gefährliche Baustoffe zu finden sind und was Sie tun sollten, wenn Sie diese identifiziert haben.

Schadstoffe in der Wohnung, im Haus oder am Arbeitsplatz

Weichmacher in PVCViele Wohngifte, die gesundheitliche Gefahren mit sich bringen, stecken in Baumaterialien, die in den vergangenen Jahrzehnten verbaut wurden und heute durch Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen oder Abrissarbeiten zum Vorschein kommen. Vor allem in Bestandsimmobilien, die zwischen 1970 und 1980 gebaut oder intensiv saniert wurden, findet man die häufigsten Gebäudeschadstoffe, darunter zum Beispiel Asbest, diverse Holzschutzmittel oder Teerölkleber.

Gefährliche Baustoffe und -materialien und mögliche Vorkommen:

  • Flüchtige organische Verbindungen (kohlenstoffartige Stoffe, die leicht verdampfen bzw. als Gas bei niedrigen Raumtemperaturen vorliegen) in Lacken, Farben, Klebern, Bodenbelägen, Möbeln oder Dichtstoffen
  • Gesundheitsschädliche Holzschutzmittel, die insbesondere PCP oder Lindan enthalten und als Schutz vor Pilz- oder Insektenbefall zum Beispiel in Dachstühlen zum Einsatz gekommen sind
  • Formaldehyd in Presskork, Sperrholz- und Spanplatten aber auch säurehärtenden Lacken
  • Weichmacher in Bodenbelägen wie PVC, Lacken, Türdichtungen, Wandfarben und Klebstoffen
  • Alte Parkettböden, bei denen PAK- oder PCB-haltige Kleber verwendet wurden
  • Schwermetalle wie Blei, Aluminium oder Quecksilber, die in Wasserleitungen oder Anstrichen vorkommen
  • Künstliche Mineralfasern, die für Wärme-, Schutz- und Brandschutz verwendet wurden und heute noch in Außenwänden und Lüftungsanlagen vorkommen

Asbest: Der bekannteste gefährliche Baustoff

Wohngift AsbestAsbest wurde in vielen Bereichen des Hausbaus verwendet, darunter in Fassaden, Dächern, Dichtungen, Bodenbelägen, aber auch in Farben, Putzen oder Nachtspeicheröfen. Wegen dem erhöhtem Krebsrisiko, das von Astbestfasern ausgeht, ist es in Deutschland seit 1993 verboten, Asbest oder asbesthaltige Produkte herzustellen, zu verbreiten oder zu verwenden. Damals wurde die mineralische Naturfaser jedoch aufgrund ihrer vielen Vorteile – darunter zum Beispiel eine hohe Hitzebeständigkeit von bis zu 500 Grad Celsius, starke Reißfestigkeit, gute Dämmeigenschaften und ein günstiger Einkaufspreis – häufig als Baustoff verwendet.

Grundsätzlich geht von intakten Asbestprodukten zunächst jedoch keine Gefahr aus. Das haben auch Studien des Umweltbundesamtes und des Schweizerischen Bundesamtes ergeben. Gefährlich sind hingegen Sanierungen, Renovierungen und Abbrucharbeiten, bei denen Bauteile mit Asbest zerstört werden. Denn werden durch äußere Klimaeinflüsse, mechanische Belastungen oder Verwitterungen des Bindemittels Asbestfasern freigesetzt und an die Raumluft abgegeben, dann entwickelt der Baustoff seine giftige Wirkung.

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Gesundheitliche Auswirkungen durch Wohngifte

Neben den bedenklichen Baustoffen zählen auch Schimmel, Tabakrauch und Duftöle zu Wohngiften. Folglich ist es häufig nicht einfach, die Krankmacher konkret zu identifizieren. Beobachten Sie daher, ob die Symptome (vermehrt) in der Wohnung, im Haus oder in einem einzelnen Zimmer auftreten.

Neben schweren, gesundheitlichen Schäden, die von Asbestfasern ausgehen, klagen die von Wohngiften betroffenen Personen u.a. über anhaltendende Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Schwächegefühl, Geruchs- oder Geschmacksstörungen, tränende Augen oder Hautreaktionen.

Problematisch ist, dass sich die meisten Schadstoffe nicht mit bloßem Auge erkennen lassen und der Geruch nicht immer ein Indiz ist.

So auch am Beispiel Asbest: Von dem Werkstoff gehen keine Strahlungen aus, er verfügt über keinen speziellen Geruch und er ist meist verbaut und deshalb nicht direkt ersichtlich. Aus diesem Grund ist es für den Laien nicht oder nur sehr schwer zu erkennen, ob Asbest im Haus verbaut wurde.

Tipp: Um herauszufinden, ob Sie Asbest im Haus haben, ist eine Asbest-Analyse nötig. Wie Sie diese richtig durchführen, erfahren Sie in diesem Beitrag rund um die Asbestsanierung.

Schadstoffe in Innenräumen – was tun?

Asbest sanieren und entsorgen vom FachmannEs gibt keine universellen Tests, die alle Schadstoffe erkennen und untersuchen können. Aus diesem Grund sind bei Verdacht auf ein Wohngift verschiedene Analysen notwendig.

Beispiel Schimmelbefall: Mit einem Feuchtigkeitsmessgerät, einem sogenannten Hygrometer, ist es möglich, das Risiko von Schimmelbefall in einem Raum zu identifizieren. Ein hohes Risiko liegt beispielsweise vor, wenn die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen dauerhaft über 60 Prozent liegt. Um jedoch herauszufinden, ob der Schimmelbefall bereits eingetreten ist, müssen Sie einen weiteren Test durchführen. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein Screeningtest, der Ihnen anzeigt, ob Schimmelpilze die Raumluft bereits belasten.

Neben den verschiedenen Tests, die Sie auch als Privatperson im Einzelhandel erwerben können, empfehlen wir Ihnen, immer eine Probeentnahme mit Analytik und Bewertung von einem Fachmann durchführen zu lassen – schließlich geht es um nichts weniger als Ihre Gesundheit.

Als Mieter sollten Sie bei Verdacht auf einen gefährlichen Baustoff immer zuerst Ihren Vermieter oder Verwalter kontaktieren, denn professionelle Messungen können sehr teuer werden. Dokumentieren Sie - falls ersichtlich – Ihre Schäden auch mit Fotos und versuchen Sie, die Ursache soweit es geht einzugrenzen. Wo wurde renoviert? Welche Materialien wurden verbaut? Wann sind die gesundheitlichen Einschränkungen am stärksten zu bemerken? Die Beantwortung dieser Fragen wird helfen, die Ursprungsquelle schnellstmöglich zu identifizieren und zu beseitigen.

Wann Asbest entfernt werden muss

AsbestentsorgungWurde Asbest in Ihrem Haus verbaut, heißt das nicht gleich, dass eine Asbestsanierung durchführen lassen müssen. Dies ist meist von der Art der Einbindung der Asbestfasern abhängig. Unterschieden wird dabei in eine starke Asbestbindung (Asbestzement) oder eine weiche Asbestbindung (Weichasbest, astbesthaltige Werkstoffe). Ein schwachgebundener, weicher Asbest setzt die gesundheitsschädlichen Fasern aufgrund von Beanspruchung häufig frei und muss daher entfernt, beschichtet oder räumlich getrennt werden. Ein sofortiger Sanierungsbedarf besteht, wenn die Asbestfaserkonzentration 1.000 Fasern pro Kubikmeter Luft überschreitet.

Sowohl bei der Asbestsanierung als auch bei der anschließenden Entsorgung von asbesthaltigen Abfällen sollten Sie darauf achten, dass Sie ein professionelles Unternehmen mit Sachkundenachweis beauftragen.

Als erfahrener Partner stehen wir Ihnen bei der Asbestentsorgung gerne zur Seite. Bei uns erhalten Sie sowohl Big Bags als auch Container für Asbestabfälle in verschiedenen Größen.

Sie beschäftigen sich mit dem Thema Modernisierung oder Abriss einer Immobilie? Dann lohnt sich ein Blick in unseren Blogbeitrag „Bauabfälle richtig entsorgen“. Sie wollen sich den Traum vom Eigenheim erfüllen oder Ihre vier Wände sanieren? Auf unserem Blog verraten wir Ihnen, wie Sie ökologisch Bauen und Sanieren.

 

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