gemeinnützige Arbeit in Berlin auf dem Feld (full)

Wenn es um Umweltschutz geht, kann auch ein einzelner Mensch viel bewirken – das hat die berühmte Umweltaktivistin Greta Thunberg gezeigt. Sie möchten sich auch ehrenamtlich für Umweltschutz engagieren? Wir verraten Ihnen, wie Sie das passende Ehrenamt finden – und stellen Ihnen einige grüne Umweltinitiativen und -projekte in Berlin vor, die sich über Unterstützung freuen.

Gemeinnützige Arbeit hat in Berlin Hochkonjunktur – und zwar so sehr, dass das European Volunteer Centre in Brüssel Berlin zur Europäischen Freiwilligenhauptstadt 2021 ernannt hat. Rund ein Drittel der Berliner sind ehrenamtlich aktiv. Beliebte Bereiche sind Sport, Nachbarschaftshilfe, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – und Umweltschutz.

 

 

Gmeinnütziges Ehrenamt Berlin TafelGemeinnützige Arbeit im Umweltschutz: Wie finde ich das richtige Ehrenamt?

 

 

Folgende Fragen können Ihnen Orientierung dabei bieten, das passende Projekt zu finden.

  • Wie viel Zeit können Sie investieren?

Wollen Sie regelmäßig gemeinnützig arbeiten, nur ab und zu projektbezogen oder erst einmal nur für ein Wochenende? Wie stark Sie sich einbringen wollen, entscheiden Sie. Viele Initiativen freuen sich auch bereits über ein paar Stunden Unterstützung.

  • In welchem Bereich möchten Sie aktiv sein?

Cleanups, Müllvermeidung, Bildung im Bereich Umweltschutz oder Lebensmittel retten – die Berliner Umweltinitiativen nähern sich dem Thema Nachhaltigkeit von vielen Seiten. Gibt es einen Aspekt, der Sie besonders umtreibt? Dann wäre das vielleicht ein Bereich für Ihr ehrenamtliches Engagement.

  • Was möchten Sie tun?

Sie müssen nicht unbedingt Müll aufsammeln oder in aller Frühe aufstehen, um sich um Wildtiere zu kümmern – außer, Sie möchten das. Wenn es um Umweltschutz geht, sind viele Tätigkeiten gefragt. Bildungsarbeit, Organisation von Veranstaltungen oder die Pflege von Social Media-Konten der Initiativen gehören zum Beispiel auch dazu.

Umweltschutz: Diese Suchportale helfen Ihnen, ein Ehrenamt zu finden

Über folgende Suchportale finden Sie Umweltprojekte und -initiativen in Berlin, die sich über Unterstützung freuen.

Portale speziell für Umweltschutz:

Allgemeine Ehrenamtsportale:

Nachhaltig in BerlinGemeinnützige Arbeit: Ausgewählte Berliner Umweltprojekte

Wer sich für Natur- und Umweltschutz engagieren möchte, hat in Berlin jede Menge Auswahl. Hier sind sowohl die großen nationalen und internationalen Umweltorganisationen wie NABU, Greenpeace, BUND und Stiftung Naturschutz aktiv als auch Projekte und grüne Startups, die sich speziell auf Berlin konzentrieren. Zudem gibt es kleine Initiativen auf Kiezebene. Wir stellen Ihnen exemplarisch einige ausgewählte Projekte vor. Bitte beachten Sie, dass der Bedarf an Freiwilligen sich ändern kann und informieren Sie sich bei Interesse über aktuelle Angebote.  

„Urbanität und Vielfalt“: Schutz für Wildpflanzen

Artenvielfalt erlebbar machen und Menschen aktiv in den Naturschutz einbinden – das sind die Ziele von „Urbanität und Vielfalt“. Das Projekt hat dabei vor allem seltene und bedrohte Wildpflanzenarten im Blick. Denn auch diese sind für ein funktionierendes Ökosystem wichtig. Wildpflanzen brauchen Lebensräume, die nicht mit Pestiziden und Dünger behandelt werden – und finden diese immer häufiger in den Städten.

Nachhaltig gärtnern in BerlinDas Team von „Urbanität und Vielfalt“ lädt die Berliner ein, seltenen und bedrohten Wildpflanzen auch in ihren Gärten, auf ihren Balkonen und ihren Fensterbänken ein Zuhause zu geben. Die Wissenschaftler, die das Projekt leiten, sammeln Wildpflanzen, die in Berlin und Brandenburg heimisch sind und vermehren sie in den Beeten und Gewächshäusern der Universität Potsdam und der Humboldt Universität. Sie geben die Pflanzen dann an Interessierte weiter, die sie mit nach Hause nehmen und sich darum kümmern.  

Gesucht werden immer Menschen, die Pflanzenpaten werden und selbst einige Pflanzen in ihre Obhut nehmen möchten. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Ableger der Initiative gibt es auch in Dresden und Marburg.

wirBERLIN: Für eine saubere Hauptstadt

wirBerlin ist eine gemeinnützige Initiative, die sich für nachhaltige Stadtentwicklung einsetzt. Gemeinsam mit den Berlinern möchte sie Grünanlagen, Spielplätze und andere öffentliche Plätze sauberer und damit für alle lebenswerter machen. Dazu startet das Team von wirBerlin seit 2010 Kampagnen und organisiert Veranstaltungen. Die Initiative kämpft unter anderem gegen Littering: Sie informiert über das Problem und hat einen Park-Knigge erarbeitet. Die Aktivisten sprechen auch gezielt Menschen in Parks an und erinnern sie daran, ihren Müll nicht dort liegen zu lassen.

Gemeinnützig Müll entfernenAußerdem startet wirBerlin regelmäßig Cleanup-Aktionen in Berliner Parks und auf anderen öffentlichen Plätzen und unterstützt Interessierte dabei, eigene Aktionen auf die Beine zu stellen. wirBerlin sucht immer Mitstreiter, die mit Mülltüte und Greifzange dabei helfen, Berlin von Müll zu befreien. Insbesondere am Aktionstag vom 17. bis 18. September, der zum World Cleanup Day stattfindet, sucht die Initiative Mitstreiter. Auch wir von Berlin Recycling beteiligen uns jedes Jahr an diesen Aufräumaktionen und freuen uns über jeden neuen Teilnehmer.

Darüber hinaus ist wirBerlin in der Umweltbildung aktiv, um Kinder an Müllvermeidung und Nachhaltigkeit heranzuführen. wirBerlin setzt sich auch gegen Müll in den Gewässern ein und hat das Netzwerk „Alles im Fluss“ mitgegründet.

„Murks? Nein Danke!“: Einsatz gegen Elektroschrott

Der gemeinnützige Berliner Verein „Murks? Nein Danke!“ setzt sich für eine längere Lebensdauer von Konsumgütern und gegen geplante Obsoleszenz ein. Von geplanter Obsoleszenz spricht man, wenn Hersteller ihre Produkte absichtlich so konzipieren, dass sie nach einer gewissen Zeit kaputt gehen. Das betrifft vor allem Elektrogeräte.

Elektroschrott richtig entsorgenÜber Öffentlichkeitsarbeit macht der Verein auf das Problem aufmerksam. Außerdem baut er das Meldeportal Qualitywatch auf, über das Verbraucher Regelverstöße von Herstellern melden können. Der Verein organisiert Informationsveranstaltungen, unterstützt Verbraucher dabei, ihre Geräte selbst zu reparieren und organisiert Repair-Cafés. „Murks? Nein Danke!“ plant außerdem, an Schulen aktiv zu werden und die technische Kompetenz der Schüler zu stärken.

Interessierte können den Verein entweder über eine Fördermitgliedschaft unterstützen oder aktiv mitmachen. Es werden auch immer wieder Ehrenamtliche für die Arbeit im Hintergrund gesucht, zum Beispiel für die Buchhaltung.

Lesen Sie in diesen Artikeln, wie Sie Elektroschrott vermeiden können und was das neue Elektroschrottgesetz bringt.

2.000 m² Weltacker: Globale Landwirtschaft greifbar machen

Der Weltacker in Pankow ist landwirtschaftlichen Projekt, das zeigt, wie Ackerflächen weltweit genutzt werden und wie viel landwirtschaftliche Fläche unser Konsum verbraucht. Auf dem 2.000 Quadratmeter großen Acker in Pankow werden die wichtigsten Nutzpflanzen der Welt in dem Verhältnis angebaut, in dem die globalen Ackerflächen dafür genutzt werden.

Gemeinnützige Arbeit beim WeltackerDie Idee dahinter: Weltweit wird eine Fläche von rund 1,4 Milliarden Hektar landwirtschaftlich genutzt. Da derzeit rund 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde leben, ergibt das für jeden rund 2.000 Quadratmeter. Diese Fläche muss uns ernähren, aber dort müssen auch Rohstoffe wie Holz und Baumwolle wachsen, die zu Kleidung und Möbeln verarbeitet werden.

Das Team vom Weltacker möchte den Berlinern mit seinem Projekt ein Gefühl dafür vermitteln und Landwirtschaft erlebbar machen. Es erklärt, wie ungerecht die Nutzung der globalen Ackerflächen derzeit verteilt ist – ein EU-Bürger verbraucht im Schnitt 2.700 Quadratmeter – und zeigt, wie viele Lebensmittel in welchem Stadium der Verarbeitung weggeworfen werden, verderben oder anderweitig verloren gehen. Denn um am Ende Nahrung mit 2.000 Kalorien auf dem Teller zu haben, müssen Nahrungsmittel mit 4.600 Kalorien geerntet werden.

Der Weltacker hat für Ehrenamtler jede Menge Arbeit: Gesucht werden Ackerhilfen, die selbst mit anpacken wollen, Freiwillige für Führungen und Infoveranstaltungen, Helfer für Büroarbeiten, Übersetzer und viele mehr. Wer keine Zeit hat, kann gegen einen finanziellen Betrag eine Ackerpatenschaft übernehmen und den Weltacker damit unterstützen.

Grüne Liga Berlin e.V.: Für Umweltschutz in allen Facetten

Die Grüne Liga Berlin ist ein Umweltverband, der grüne Initiativen in Berlin koordiniert und eigene Projekte organisiert. Es geht um Nachhaltigkeit und Umweltschutz in allen Facetten. Unter anderem organisiert die Grüne Liga den wöchentlichen Ökomarkt am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg. Die Besucher können hier nachhaltig einkaufen und Bioprodukte aus der Region, gebrauchte Bücher und weiteres erwerben.

Obst und Gemüse aus der RegionAuf einem jährlichen Umweltfestival bietet die Grüne Liga den Berlinern Ausstellungen, Workshops und Mitmachaktionen für Groß und Klein. In der Umweltbildung bringt das Team Kindern umweltschonende Ernährung, nachhaltigen Konsum und die Natur näher. Der Verband berät und informiert außerdem darüber, wie man Müll vermeiden, nachhaltig gärtnern und im Alltag insgesamt die Natur schützen kann. Er ist zudem als Umweltlobbyist aktiv. Die Grüne Liga sucht immer Freiwillige, die beim Ökomarkt oder dem Umweltfestival mit anpacken.

Nun möchten wir von Ihnen hören: Sind Sie bereits gemeinnützig tätig? Könnten Sie sich vorstellen, auf dem Weltacker mit anzupacken, das Umweltfestival der Grünen Liga mit zu organisieren, auf Ihrem Balkon seltene Wildpflanzen zu pflegen oder bei einer anderen grünen Umweltinitiative in Berlin mitzumachen? Teilen Sie es uns in den Kommentaren mit!

 

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Bildnachweise

© Vorschau- und Header-Bild: Viktoriia / stock.adobe.com

© Tafel mit Text Ehrenamt: DOC Rabe Media / stock.adobe.com

© Berlin von oben: Maurice Tricatelle / stock.adobe.com

© Feld mit Wildpflanzen: sonyachny / stock.adobe.com

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© Explodierende Waschmaschine: photoschmidt / stock.adobe.com

© Weltacker in Pankow: 2000m2.eu/de/

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