Wer unterwegs ist, denkt meistens nicht zuerst an Müllentsorgung. Trotzdem entsteht auf Reisen fast immer Abfall, egal ob beim Camping, auf Rucksackreisen, bei Festivals oder auf längeren Autofahrten. 

Dazu gehören zum Beispiel Verpackungen von Lebensmitteln und Getränken, Taschentücher, Feuchttücher, Dosen oder beschädigte Ausrüstung. Oft merkt man erst nach einiger Zeit, wie viel sich davon unterwegs ansammelt. 

Im Alltag ist Entsorgung meist unkompliziert. Zuhause stehen Mülltonnen bereit und vieles läuft automatisch, unterwegs ist das oft schwieriger. 

Abfälle in der Natur zu hinterlassen ist in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit. Je nach Bundesland können dafür Bußgelder zwischen zehn und mehreren hundert Euro fällig werden – bei größeren Gegenständen oder gefährlichen Stoffen sogar deutlich mehr. 

Auch vermeintlich harmlose Bioabfälle wie Bananenschalen, Apfelreste oder Nussschalen gehören nicht in die Umwelt. Sie verrotten oft viel langsamer als gedacht und können Tiere anlocken oder Ökosysteme stören. 

Keine Sorge – in unserem Beitrag zeigen wir typische Situationen unterwegs und geben praktische Tipps, wie sich Abfälle einfach, umweltgerecht und stressfrei entsorgen lassen.

Typische Situationen unterwegs 

Campingplätze 

Auf Campingplätzen gibt es zwar oft Sammelstellen für Müll, die Situation ist aber nicht überall gleich. Manche Plätze bieten eine klare Mülltrennung, andere nur wenige Sammelcontainer. Vor allem in der Hauptsaison sind Behälter häufig überfüllt. 

Dazu kommen Abfälle, die nicht einfach in den normalen Restmüll gehören, zum Beispiel leere Gaskartuschen, Grillreste oder beschädigte Campingausrüstung (z.B. Zelte).

Wandern und Rucksackreisen 

Beim Wandern oder auf längeren Rucksackreisen gibt es oft über längere Zeit keine Möglichkeit, Müll zu entsorgen. Verpackungen, Flaschen oder Essensreste müssen deshalb meist mitgetragen werden. 

Gerade kleinere Dinge wie Taschentücher oder Snack-Verpackungen werden unterwegs leicht vergessen oder irgendwo zurückgelassen. 

Reisen mit Auto, Van oder Wohnmobil 

Auch unterwegs mit dem Auto sammelt sich schnell Müll an. Getränkeverpackungen und To-go-Verpackungen bleiben oft zunächst im Fahrzeug liegen. 

An Rastplätzen oder Parkplätzen sind die vorhandenen Müllbehälter teilweise stark ausgelastet. Dadurch landet Abfall leider immer wieder neben den Tonnen oder wird an ungeeigneten Stellen entsorgt. 

Festivals und Veranstaltungen 

Bei Festivals oder größeren Outdoor-Veranstaltungen entstehen oft innerhalb kurzer Zeit große Mengen Müll. Dazu gehören Verpackungen, Einwegartikel, Campingzubehör oder zurückgelassene Gegenstände. 

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Situation deutlich verbessern. 

Kaputte Zelte oder Stühle sollten nicht auf dem Gelände zurückgelassen werden, denn viele Veranstalter bieten inzwischen Sammelstellen für defekte Ausrüstung an; alternativ können solche Gegenstände nach dem Festival bei einem Recyclinghof abgegeben werden.  

Auch im eigenen Camp hilft eine gute Organisation: Wer Restmüll, Wertstoffe und Pfand in kleinen Beuteln sortiert, behält leichter den Überblick – besonders in größeren Gruppen.  

Zusätzlich lohnt es sich, die vorhandenen Pfandsysteme zu nutzen, denn viele Festivals setzen inzwischen auf Becher- oder Geschirrpfand, um Einwegmaterial zu vermeiden.  

Was häufig unterschätzt wird: Die größten Müllmengen entstehen erst beim Abbau. Wer sein Camp vollständig mitnimmt und nichts zurücklässt, entlastet das Gelände enorm und trägt zu einem nachhaltigeren Festivalerlebnis bei.  

Unser Service für Ihre Events 

Sie sind Veranstalter und brauchen Unterstützung in Sachen Entsorgung? Wir unterstützen regelmäßig große Events in Berlin dabei, passende Entsorgungskonzepte umzusetzen. So sorgen wie beispielsweise mit unserer Eventtonne, passenden Containern und Pressen oder auch der Reinigung des Veranstaltungsgeländes dafür, dass Ihr Event zu einer runden Sache wird. 

Sonderabfälle auf Tour 

Unterwegs entstehen manchmal Abfälle, die nicht in den normalen Restmüll gehören. Dazu zählen zum Beispiel: 

  • Batterien und Akkus – sie enthalten Schadstoffe und müssen separat gesammelt werden. 
  • Powerbanks – gelten als Elektroschrott und dürfen nicht in öffentliche Mülleimer. 
  • Defekte Outdoor-Ausrüstung wie Stirnlampen, kleine Elektronik oder beschädigte Kochutensilien. 
  • Grillkohle und Asche – erst vollständig auskühlen lassen, dann sicher verpacken und später korrekt entsorgen. 

Sammeln Sie solche Abfälle am besten in einem separaten Beutel und geben Sie diese nach der Rückkehr an den entsprechenden Annahmestellen für Sonderabfälle ab. 

Zero-Waste-Strategien für unterwegs 

Viele Probleme lassen sich bereits mit einfachen Vorbereitungen vermeiden. 

Hilfreich sind zum Beispiel: 

  • Möglichst wenig Einwegverpackungen, benutzen Sie etwa wiederverwendbare Trinkflaschen und Behälter 
  • Feste Seifen und Shampoos sparen Plastik und sind auslaufsicher. 
  • Wiederverwendbare Küchentücher oder kleine Stofflappen ersetzen Einwegpapier. 
  • Ein fester Platz für Müll und Pfandflaschen im Auto oder Rucksack 
  • Reparatursets für Zelte, Rucksäcke oder Kleidung verlängern die Lebensdauer der Ausrüstung und vermeiden unnötigen Abfall. 

Mit dem Grundprinzip „trennen, sauber halten, später korrekt entsorgen” übernehmen Sie auch unterwegs die Verantwortung für Ihre Abfälle und die Umwelt.  

👉 In unserem Beitrag „Null Müll: Zero-Waste-Tipps" geben wir Ihnen weitere Tipps, wie Sie Müll vermeiden und Plastik in alltäglichen Produkten identifizieren. 

Fazit: Entsorgung gehört zum Reisen dazu 

Unterwegs wird oft deutlicher als zuhause, dass Entsorgung von funktionierender Infrastruktur abhängt. 

Nicht überall gibt es passende Behälter oder Sammelstellen. Deshalb gehört es beim Reisen oft dazu, sich selbst um eine passende Lösung zu kümmern. 

Auch das ist letztlich Teil des Unterwegsseins. 


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