Die gelbe Tonne (in manchen Gegenden von Berlin auch der Gelbe Sack) dient zur Entsorgung von Verpackungen und Verbundstoffen. 2017 entsorgte jeder Berliner 24 Kilogramm Abfälle in der gelben Tonne. Seit 2013 ist die gelbe Tonne zur Wertstofftonne weiterentwickelt worden. Damit können Sie auch Abfälle entsorgen, die nicht den Grünen Punkt tragen.

Für welche Abfälle ist die gelbe Tonne die richtige Wahl?

Ursprünglich war die gelbe Tonne für Verpackungen und Verbundstoffe gedacht. Sie spielte damit eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung des Duales System. Seit dessen Einführung im Jahr 1991 ist die gelbe Tonne ein wichtiger Bestandteil der Mülltrennung. Ursprünglich war sie dazu geeignet, Verpackungen, die am dualen System teilnehmen, zu sammeln. Durch dieses System stellten die Hersteller der Verpackungen sicher, dass sie ihrer Pflicht zur Entsorgung, wie sie in der Verpackungsverordnung niedergelegt ist, nachkommen. 

Seit ihrer Einführung wurde die Verpackungsverordnung jedoch mehrfach aktualisiert und angepasst. Damit ist die Nutzung der gelben Tonne noch intuitiver geworden. Bei vorherigen Versionen der VerpackV kam es immer wieder zu Verunsicherung. Der Grund lag darin, dass in der gelben Tonne nur solche Verpackungen und Verbundstoffe entsorgt werden durften, die den Grünen Punkt trugen. Damit mussten andere Produkte aus Kunststoff oder Metall weiterhin in der Restmülltonne entsorgt werden. 

Um diese Ungereimtheiten aus der Welt zu schaffen, wurde die gelbe Tonne zur Wertstofftonne weiterentwickelt. Damit dürfen nicht nur Verpackungen aus dem dualen System eingeworfen werden. Vielmehr ist die Wertstofftonne nun die richtige Adresse für Abfälle, die aus Kunststoff, Metall oder Verbundstoffen bestehen. 

Mit der Wertstofftonne wird zum einen die Mülltrennung einfacher, weil die Zuordnung zur richtigen Tonne leichter fällt. Zum anderen ist die gemeinsame Sammlung von Kunststoff, Metall und Verbundstoffen ein wichtiger Schritt hin zu einer höheren Recyclingquote.

Befüllung der Wertstofftonne - was gehört rein, was nicht?

Die Wertstofftonne ist der richtige Ort, um Produkte aus Kunststoff, Metall oder verschiedenen Verbundstoffen zu entsorgen. Die Wertstoffe müssen nicht mehr anhand ihres Verwendungszwecks, sondern nur nach ihrem Material sortiert werden. 

Damit die Entsorgung in der gelben Tonne möglich ist, muss das Produkt restentleert sein. Wir listen Ihnen im Folgenden auf, welche Stoffe sie in der Wertstofftonne entsorgen können. Genauso wichtig ist möglicherweise die Information, was nichts in der Wertstofftonne zu suchen hat.

Das gehört in die Wertstofftonne

Kunststoffe: Alle Produkte, die aus Kunststoff hergestellt sind, können in der Wertstofftonne entsorgt werden. Die Kunststoffe werden nach Sorten getrennt und können in vielen Fällen wiederaufbereitet werden. Wenn das Recycling nicht werkstofflich möglich ist, können Kunststoffe als Füllstoffe in verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt werden. Aufgrund der guten Brennwerte bietet sich für Kunststoff auch eine thermische Verwertung an. (Kunststoffrecycling)

Beispiele:

  • diverse Gegenstände aus Plastik (z. B. Spielzeug, Blumentöpfe, Schüsseln)
  • Folien
  • Kunststoffflaschen (z. B. für Speiseöl, Saft, Spülmittel)
  • Schaumstoff (z. B. Styropor)
  • Verpackungsbehälter (z.B. für Brotaufstrich, Joghurt, Zahnpasta)

Metall: Metalle sind gut recycelbar. Sie können zum einen leicht sortiert werden und zum anderen entstehen beim Recycling keinerlei Qualitätseinbußen. Damit der Rohstoff wiederverwendet werden kann, ist eine zentrale Sammlung in der Wertstofftonne das geeignete Mittel. Sie tragen somit dazu bei, dass weniger Ressourcen und weniger Energie benötigt werden, um neue Produkte aus Metall herzustellen. Damit schonen Sie die Umwelt und stellen sicher, dass auch zukünftige Generationen auf die Rohstoffe dieser Erde zugreifen können.

Beispiele für Metallabfall:

  • Dosen (Konserven für Fertiggerichte, Eingelegtes oder Sprydosen)
  • Flaschenverschlüsse (Kronkorken)
  • Haushaltsgegenstände (z. B. Töpfe, Pfannen)
  • Kaffeekapseln
  • Werkzeuge (z. B. defekte Schraubendreher)
  • Wegwerfgeschirr aus Aluminium

Verbundstoffe: Die meisten Gegenstände bestehen nicht nur aus einem einzigen Material. Um die Eigenschaften für den jeweiligen Anwendungszweck zu erreichen, sind viele Verpackungen aus Stoffgemischen hergestellt. Diese Verbundstoffe gehören ebenfalls in die gelbe Tonne. In der Sortierung können die Verbundstoffe in verschiedene Fraktionen aufgeteilt werden. Damit stellen Sie sicher, dass die einzelnen Bestandteile der Wiederverwendung zugeführt werden.

Beispiele für Verbundstoffe:

  • Getränkekartons (sog. Tetrapak)
  • Verpackungen für Arzneimittel (vergewissern Sie sich, dass die Medikamente aufgebraucht sind!)

Tipps zur Behandlung der Abfälle

Wenn Ihnen eine unterschiedliche Beschaffenheit einzelner Bestandteile auffällt, können Sie der Sortieranlage die Arbeit erleichtern. Ziehen Sie den Deckel vom Joghurtbecher ab und entfernen Sie die Papiermanschette. Damit nimmt die Sortierung der Abfälle weniger Aufwand und Energie in Anspruch.

Sparen Sie Wasser und verzichten Sie darauf, den Abfall auszuspülen. 

In der Wertstofftonne dürfen nur restentleerte Verpackungen entsorgt werden. Entleeren Sie die Behälter, bevor Sie in die gelbe Tonne wandern. Verdorbene Lebensmittel o. Ä. gehören in den Rest- oder Biomüll, nicht in die Wertstofftonne.

Was gehört nicht in die Wertstofftonne?

Bevor die gelbe Tonne zur Wertstofftonne umfirmiert wurde, existierten einige Modellversuche. Dabei war es möglich, auch Altholz und Elektrogeräte in den Tonnen zu entsorgen. Seit 2013 ist dies nicht mehr möglich. Nutzen Sie für Altholz die Berliner Recyclinghöfe. Kleine Elektrogeräte (bis 25 cm Kantenlänge) können im Handel zurückgegeben werden, da eine Rücknahmepflicht besteht.

Glühbirnen, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen dürfen nicht in der Wertstofftonne entsorgt werden. Für die Leuchtmittel bestehen spezielle Rücknahmesysteme. In vielen Fällen können Leuchtmittel im Einzelhandel, bei dem sie gekauft wurden, zurückgegeben werden.

Gleiches gilt für Batterien und Akkus. Für sie besteht ein gesonderter Recyclingkreislauf, weshalb die Rücknahme über Behälter im Einzelhandel und an speziellen Rücknahmestellen erfolgt. 

Textilien gehören nicht zur Gruppe der Wertstoffe. Nutzen Sie die Altkleidersammlung oder den nächsten Recyclinghof zur Entsorgung von Kleidung.

Datenträger wie Videokassetten, Disketten oder CDs gehören nicht in die gelbe Tonne. Nutzen Sie unseren Service zur Datenträgervernichtung, um die Daten sicher zu entsorgen. Andernfalls kommen die Datenträger zum Restmüll.

Wegen seiner besonderen Eigenschaften ist Styropor nicht nur als Füllmaterial beliebt, sondern auch als Baustoff. Wenn das Material zur Isolierung eingesetzt wurde, gehört es nicht in die gelbe Tonne und bedarf einer gesonderten Entsorgung.

Weitere Fragen?

Bei offenen Fragen zur Befüllen der gelben Tonne hilft Ihnen unser Serviceteam gern weiter! 

  • Telefon (030) 60 97 20 0 (montags bis freitags in der Zeit von 08:00 bis 18:00 Uhr)
  • Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Fax (030) 60 97 20 10

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