Berlin Recycling Newsletter

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So entsorgen Sie Laub umweltfreundlich

Mit Rechen oder Laubbläser: Jeder hat seine bevorzugte Variante, Laub aus dem heimischen Garten zu sammeln. Aber wussten Sie auch, dass man einfach mit dem Rasenmäher darüber hinwegfahren kann? Der Mäher häckselt das Laub und sammelt es gemeinsam mit dem Schnittrasen im Fangkorb auf. Ein perfektes Gemisch für einen Komposthaufen. Das bringt uns zum ersten Tipp für die Entsorgung:

Komposthaufen anlegen: Der eigene Komposthaufen ist natürlich eine tolle Variante, um Laub zu recyceln. Wichtig ist hierbei, dass das Laub bei der Zersetzung mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Untergemischter Rasenschnitt, Hornmehl oder zerkleinerte Äste können Abhilfe schaffen. Laubkorb aus Maschendraht: Alternativ können Sie auch einen Laubkorb anlegen – im besten Fall aus Maschendraht, damit für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr gesorgt ist. Nach einem Jahr entsteht ein Laubkompost, der sich zur Bodenverbesserung und zur Herstellung eigener Pflanzenerde eignet.

Laub als Mulch: Bei verschiedenen Strauch- und Bodendeckerpflanzen lässt das Laub sich optimal als Mulch verwenden. Verstreuen Sie es einfach auf der Erde über den Wurzeln und es liefert den Pflanzen Nährstoffe. Auch auf brachliegenden Flächen, die im kommenden Frühling und Sommer wieder bepflanzt werden, wirkt ein mit Spaten untergegrabener Laubmulch Wunder: Es sorgt für einen lockeren, nährstoffreichen Boden, der in Trockenperioden nicht so stark verkrustet.

Unsere Abholung von Gartenabfällen: Wenn Sie wenig Zeit haben, können Sie Laub auch in der Biotonne entsorgen. Allerdings füllt das lockere Material die Tonne sehr schnell auf und sie muss häufiger geleert werden. Aus diesem Grund haben wir einen eigenen Service zur Abholung von Gartenabfällen – wir kümmern uns im Anschluss um die korrekte Entsorgung und Wiederverwertung. Hier finden Sie alle Informationen.

Weitere Ideen, wie Sie auch im Rest des Jahres nachhaltig gärtnern, finden Sie in unseren 10 Tipps zum Umweltschutz im Garten.

 

Google packt an für den Klimaschutz

Google beantwortet uns allen die täglichen Fragen des Lebens. Und das nicht zu wenig: durchschnittlich werden pro Tag 5,5 Milliarden Google-Suchen getätigt. Das Unternehmen hat also einen großen Einfluss auf das tägliche Leben vieler Menschen. Diesen Einfluss möchten Sie nun für den Klimaschutz nutzen und uns mit ihren Anwendungen künftig zu einem nachhaltigeren Handeln bewegen:

Google Maps: Das hauseigene Navigationssystem von Google zeigt in Zukunft nicht nur den schnellsten oder kürzesten Weg zum Ziel an, sondern auch den Weg mit dem voraussichtlich geringsten Kraftstoffverbrauch. Auch Fahrradfahrer sollen Funktionen bekommen, die ihnen ermöglichen, besonders kraftsparend zu radeln. Das System ist noch in der Beta-Phase, wird aber voraussichtlich 2022 in Europa eingeführt.

Google Flights: Flugverbindungen bewertet Google künftig mit einem Nachhaltigkeitsrang. So kann jeder Reisende die erzeugten Emissionen pro Sitzplatz einsehen und alternative Routen vorgeschlagen bekommen, die weniger umweltschädlich sind. Ebenso hebt die Suchmaschine Hotels und Gaststätten hervor, die besonders nachhaltig und umweltbewusst arbeiten.

Google Shopping: In der Produktsuche möchte Google künftig energiesparende Geräte prominenter darstellen und auf den Energieverbrauch aufmerksam machen.

Mit Googles Marktmacht werden diese Änderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur das Handeln der Kunden, sondern auch das Handeln der betroffenen Unternehmen beeinflussen. In einer Auflistung mit den Konkurrenten möchte schließlich kein Anbieter derjenige ohne positiver Nachhaltigkeitsbewertung sein.

Der Suchmaschinenbetreiber Ecosia.org verfolgt schon länger ein nachhaltiges Konzept: er nutzt die Werbeeinnahmen von Anzeigenplätzen zum Bepflanzen neuer Bäume und investiert in erneuerbare Energien und regenerative Landwirtschaft.

 

Das erste Fahrradhotel der Welt

In Malmö wurde Schwedens erstes Wohnhaus und Hotel gebaut, dass komplett ohne vorgeschriebene PKW-Stellplätze auskommt und voll auf nachhaltige Mobilität setzt. Denn statt mit vier Rädern beziehen die Bewohnerinnen und Bewohner des „Ohboy Hotell und Bostad“ ausschließlich mit zwei Rädern ihre vier Wände.

Das sogenannte Fahrradhaus ist vollständig auf Radfahrer ausgerichtet und stellt jedem Besucher einen Drahtesel zur Verfügung. Mit einem gängigen Fahrrad ist ein größerer Einkauf allerdings schwer zu bewältigen. Aus diesem Grund stellt das Hotel seinen Gästen auf Wunsch auch ein Lastenrad mit dem Sie, dank breiter Türen und Aufzügen, direkt bis in die Küche im achten Stock fahren können.

Wem dieser Aufwand zu groß ist, hat immer noch den Online-Handel: Für Pakete wurden nämlich extra große Lieferbriefkästen angebracht, die ein sicheres Verstauen auch in Abwesenheit möglich machen.

Mehr Nachhaltigkeit geht nicht. Von uns gibt es dafür einen Daumen nach oben.

 

Die Plastikflasche zum Anziehen

70 % der weltweit gefertigten Textilien enden in einer Müllverbrennungsanlage oder auf einer Deponie. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, haben sich sechs Unternehmen aus Europas Textilbranche zusammengeschlossen und das Projekt „wear2wear“ gestartet. Gemeinsam entwickelten sie eine Jacke aus PET-Flaschen und weiteren wiederverwerteten Materialien, die nach ihrem ersten Lebenszyklus erneut eingeschmolzen und zu einer neuen Jacke gefertigt werden kann.

Schweizer Forscher der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) haben die Jacken analysiert und festgestellt, dass sie einen 30 % geringeren negativen Einfluss auf die Umwelt ausüben. Wobei die Wiederverwendung von PET-Flaschen nicht den größten ausschlaggebenden Faktor darstellt. Viel mehr fällt ins Gewicht, dass die Jacken nicht verbrannt werden, somit keine giftigen Gase in die Atmosphäre gelangen und durch Einschmelzen und neu Verweben ein zweites Leben erhalten.

Ein guter Ansatz für nachhaltige Mode, der hoffentlich auch in naher Zukunft von den großen, weltweit agierenden Textilherstellern aufgegriffen wird.

 

Fliegende Müllsäcke: So baut man sich einen Drachen aus Haushaltsmaterialien

Drachensteigen ist eines der entspanntesten Herbstaktivitäten für die ganze Familie. Ob auf dem Tempelhofer Feld oder dem Teufelsberg im Grunewald: Dieser Drache fliegt auch bei geringeren Windstärken und schont die Brieftasche. Gleichzeitig schont man die Umwelt durch schlaues Upcycling.

Profi-Tipp: Wenn Sie vor der Anreise überprüfen möchten, ob ausreichend Wind an der von Ihnen bevorzugten Stelle weht, laden Sie sich die kostenlose App „Windfinder“ herunter. Sie zeigt die Wetterdaten für alle beliebten Stellen zum Drachenfliegen bis auf die Straße genau an. Ab 7kn (Knoten) hebt Ihr Drache ab.

Für Ihren selbstgebastelten Drachen benötigen Sie lediglich einen 90 Liter Müllsack, andersfarbige Folie, zwei Buchen-Rundstäbe (6mm, 75cm lang), Klebeband (4-5 cm breit), Streichhölzer, einen Schlüsselring oder den Ring einer Getränkedose und eine Drachenleine.

Die genaue Bauanleitung mit PDF-Schablone finden Sie bei eltern.de.

 

Klimaschutz mithilfe von Recyclingwirtschaft

Acht Milliarden Euro sollen für die Klimaschutzmaßnahmen in den Bereichen Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft bereitgestellt werden, jedoch auf die größten Verursacher der Emissionen sind. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) sieht einen fehlenden Bestandteil, um die Klimaziele jedoch zu erreichen.
Die Bundesregierung sieht vor, erst bei Bedarf einen Masterplan zur „Zirkulären Wirtschaft“ zu erstellen und stellt vorerst keine finanziellen Mittel zur Verfügung. Doch die Problematik liegt nicht erst in weiter Ferne.
Kleine und mittelständische Unternehmen der Recyclingbranche haben maßgeblich zur Ressourcenschonung und Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes beigetragen. Dies geschah durch eigene Investitionen und Bemühungen ihrerseits, um Recycling voranzutreiben und damit die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Es gilt genau diese Recyclingwirtschaft für den Klimaschutz zu stärken, welche mit umfassenden Maßnahmen bestärkt werden kann.
Genehmigungsverfahren für Recyclinganlagen müssen leichter durchzuführen sein. Recyclingkapazitäten müssen ausgebaut werden.
Die Bundesregierung möchte zudem das Pilotprojekt „Grüner Stahl“ starten.
Ein höherer Einsatz von Schrott innerhalb der Rohstahlproduktion könnte die Umweltbilanz der Stahlindustrie erheblich verbessern. Aktuelle liegt der Schrotteinsatz der Rohstahlproduktion in Deutschland bei rund 45 Prozent.
Der Hauptgeschäftsführer des bvse sieht hierbei einen wichtigen Hebel der Bundesregierung, den es in die richtige Richtung umzulegen gilt.

 

Recycling von Bauabfällen

Allein in Deutschland fallen laut dem Bundesumweltministerium jährlich ungefähr 250 Millionen Tonnen an mineralischen Abfällen an, die z.B. beim Abriss von Gebäuden entstehen und nicht weiterverwendet werden können. Sie machen damit ca. 60 Prozent des gesamten Müllaufkommens aus. Die Verwertung von Bauabfällen soll jetzt durch die sogenannte Mantelverordnung des Bundesrats optimiert werden.
Bisher hat jedes Bundesland eigene Regelungen zur Entsorgung von Bau- und Abbruchabfällen. Die Verordnung sorgt für eine bundesweite Vereinheitlichung und für allgemeingültige Standards zur Beseitigung der enthaltenen Schadstoffe.
Ziel der Verordnung ist einerseits der Schutz des Bodens sowie Grundwassers und die Erhöhung der Recyclingquoten dieser wichtigen Rohstoffe.
Die Mantelverordnung wurde am 25. Juni 2021 verabschiedet und soll innerhalb von zwei Jahren in Kraft treten.

 

Zu viel Plastik schwimmt im Meer

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen schätzt die Menge an Kunststoffen, die über Flüsse und Abwässer ins Meer gelangen auf über acht Millionen Tonnen jährlich. Ca. 399.000 Tonnen Plastik schwimmen an der Wasseroberfläche unserer Ozeane und laut Hochrechnung, soll sich diese Zahl noch bis 2052 verdoppeln.
Mikroplastik gelangt bei der Nahrungsaufnahme in den Verdauungstrakt unserer Fischbestände und landet dann wieder auf unseren Tellern. Zusätzlich geben Kunststoffe bei der Zersetzung giftige Stoffe ins Meer, die Pflanzen und Tieren schaden.
Projekte zur Reinigung unserer Meere, wie Ocean Cleanup, leisten einen wertvollen Beitrag, um diesem Problem entgegenzuwirken. Eine Studie aus Bremen ergab jedoch, dass Projekte wie diese nicht ausreichen, um den immer größer werdenden Plastikfluten entgegenzuwirken. Leider ist der aus dem Meer gesammelte Müll dazu noch schwer zu recyceln, da er häufig mit Mikroorganismen bewachsen ist. Die Folge ist, dass diese Abfälle aufwendig sortiert werden müssen und dieser Prozess enorme Mengen an Energie verbraucht.
Es ist also jeder Einzelne bei der Reduktion unseres Plastikmülls gefragt.

 

Zigarettenkippen nachhaltig entsorgen

Man findet sie am Strand, in Wäldern und den entlegensten Winkeln unserer Erde: achtlos weggeworfene Zigarettenkippen. Forscher des Alfred-Wegener-Institutes haben Rückstände der Zigarettenfilter nun sogar im Pack-Eis der Arktis entdeckt.
Die eben weggeschnippte Kippe ist für viele Raucher eine vermeintlich kleine Umweltsünde, die jedoch weitaus größere Folgen haben kann, als viele erwarten. Laut einer Studie der TU Berlin löst sich die Hälfte des Nikotins aus weggeworfenen Zigarettenfiltern bereits nach 30 Minuten, verseucht den umliegenden Boden und kann nach kurzer Zeit sogar bis ins Grundwasser gelangen.  
Dabei könnte es ganz einfach sein: Ein kleiner, verschließbarer Becher, der in die Hosentasche passt. Das dachten sich zumindest zwei findige Unternehmer aus dem Allgäu und entwickelten den sogenannten Taschenbecher. Ihren tragbaren Aschenbecher testeten sie unter anderem bei einem Musik-Festival in ihrer Umgebung. Ergebnis: Die Zigarettenabfälle in der umliegenden Natur konnten im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent reduziert werden.

 

Essbare Lebensmittelverpackung

Porzellan, Penizilin und Kartoffelchips – große Erfindungen die eines gemeinsam haben: Sie wurden alle zufällig entdeckt. In die Liste derer Erfinder könnte sich eventuell bald Amelie Graf wiederfinden. Als die junge Designerin nämlich in ihrer heimischen Küche mit natürlichen Stoffen experimentierte, entwickelte sie zufällig ein nachhaltiges Verpackungsmaterial.
Eigentlich wollte sie eine Visualisierung für Ihre Masterarbeit herstellen und auf giftiges Epoxidharz verzichten. Als sie jedoch bestehende Rezepte für Biokunststoffe immer weiter veränderte, stieß sie auf ein Material, das Eigenschaften herkömmlichen Plastiks aufwies, dabei aber vollständig kompostierbar und sogar essbar blieb.
Daraus entstand Meal Bag. Eine essbare Lebensmittelverpackung, die sich zusätzlich sogar als Soßenbinder eignet oder als Basis für Pudding oder Porridge genutzt werden kann. Entsorgt wird sie einfach über den üblichen Biomüll, wo sie den Mikroorganismen als Nahrung dient.

Einweg-Gesichtsmasken wiederverwerten

Die milliardenfache Verwendung von Einweg-Gesichtsmasken birgt eine große Gefahr für die Umwelt, da sie aus Kunststoffen bestehen und häufig achtlos weggeworfen werden. Gleichzeitig bringt die Entsorgung der gebrauchten Masken auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlagen einen Verlust an wertvollen Rohstoffen mit sich. Ein Zusammenschluss aus Forschungs- und Wirtschaftsunternehmen möchte dieser Ressourcenverschwendung nun einen Riegel vorschieben und arbeitet an einer Rückführung der Masken in den Verwertungskreislauf.

Um gebrauchte Masken wieder nutzen zu können, bedarf es allerdings großen Aufwand: Zunächst müssen sie unter Druck und Hitze in ihre molekularen Fragmente zerlegt werden, wobei Schadstoffe und Krankheitserreger zerstört werden. Im Anschluss können die Bestandteile zu sogenanntem Pyrolyseöl zusammengefügt werden, welches in der Industrie als Rohstoff für verschiedene Kunststoffe genutzt wird. So kann aus der Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft aus einer ehemaligen Gesichtsmaske zum Beispiel ein neuwertiges Kunststoffvließ werden.

 

Blumentöpfe ohne Plastik

Bei der alljährlichen Garten- und Balkonbepflanzung entsteht eine große Menge Plastikmüll, der die Freude an der neuen Blütenpracht trüben kann. Hier setzt das Geschwisterpaar Toni und Alex mit dem Unternehmen Pottburri an. Sie vertreiben Pflanzen in kompostierbaren Blumentöpfen, die in die Erde eingesetzt werden können und sich nach kurzer Zeit zersetzen. Bei diesem Prozess werden keine umweltschädlichen Stoffe an den Boden abgegeben und keine unnötigen Plastikabfälle produziert.

Die neuartigen Töpfe werden zum großen Teil aus Sonnenblumenschalen hergestellt, die sonst ungenutzt weggeschmissen werden. Und das nicht zu knapp: Etwa 6 Millionen Tonnen dieser Schalen werden jährlich entsorgt, die weithin als Abfallprodukt bei der Herstellung von Sonnenblumenkernen gelten.

In ihrem Onlineshop vertreibt das Familienunternehmen Kräuter, Gemüse, Blühpflanzen und wechselnde Specials – alles ohne Plastik.

 

Veganer Nagellack

Herkömmlicher Nagellack wird zum Teil aus Stoffen hergestellt, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Trotzdem werden sie verwendet, damit die Nägel mindestens fünf bis sieben Tage mit prächtigen Farben verziert sind, ohne erneut lackiert zu werden.
Das Unternehmen Gitti möchte diesen Umstand ändern und brachte zuerst einen Nagellack auf den Markt, der zu 55 % aus Wasser bestand. Leider haftete dieser Lack aber nicht annähernd so lange wie seine herkömmlichen Alternativen. Nach weiterer Forschung entstand ein Nagellack aus 82 % pflanzlichen Inhaltsstoffen, wie Maniok, Mais und Weizen, der mit den sieben Tagen der Konkurrenz gleichziehen kann. Zusätzlich verwenden sie ausschließlich fair in der EU produzierte Rohstoffe. Den Anspruch auf Nachhaltigkeit haben sie ebenso bei der Verpackung Ihrer Produkte: Sie sind in Glasflaschen gefüllt, der Deckel ist aus recyceltem PET und die Etiketten werden aus pflanzlichem Zuckerrohr-Ethanol hergestellt.
Um ein weiteres Zeichen zur Gleichstellung zu setzen, stellen sie sich entgegen dem herrschenden Standard in der Beautyindustrie. Nagellack nur auf schlanken, perfekten Frauenhänden? Nicht bei Gitti! Auf ihrem Instagram Kanal und Onlineshop sieht man jeden mit Nagellack – auch Männer.

 

Gegen Mikroplastik: Die Novelle der Bioabfallverordnung

In einem Referentenentwurf hat das Bundesumweltministerium Pläne zur Reduzierung von Fremdstoffen in Bioabfällen vorgestellt. Häufig werden in der Bio-Tonne achtlos Plastik, Metalle und weitere Fremdstoffe entsorgt, die nach der Kompostierung in unsere Umwelt gelangen. Die Novelle sieht vor, dass höchstens 0,5 Prozent Verunreinigungen im Bioabfall enthalten sein dürfen. Sollte der Grenzwert überschritten werden, müssen Bioabfallbehandlungsanlagen die Fremdstoffe aussortieren.

Das stellt die Recyclingunternehmen vor eine kaum lösbare Aufgabe. Derzeit müsste ein großer Teil des wertvollen, biologischen Abfalls gemeinsam mit den Fremdstoffen aussortiert werden, da eine scharfe Trennung großer Mengen nicht möglich ist. Diese biologischen Abfälle würden dann bei der Biogasherstellung und Kompostierung fehlen. Recyclingverbände machen sich nun dafür stark, dass die allgemeine Bevölkerung über die Wichtigkeit der Trennung aufgeklärt wird. Bioabfälle sollten beispielsweise nicht in Plastiktüten entsorgt und jegliche Rückstände anorganischen Materials vorher aussortiert werden.

 

Eine nachhaltige Alternative zur Umweltsünde Styropor

Styropor ist für den Transport von Packgütern unersetzbar geworden. Was viele jedoch nicht wissen und immer wieder falsch gemacht wird: Es darf nicht in der gelben Tonne weggeworfen werden. Berlin Recycling bietet seit 2020 neben dem Containerservice die Möglichkeit der Selbstanlieferung von Styropor an, um das Material fachgerecht zu entsorgen. Styropor ist nur sehr schwer zu recyceln, nicht biologisch abbaubar und daher nicht besonders nachhaltig.
Die Masterstudentin Lisa Scherer der Universität Stuttgart entwickelte nun in ihrem Studiengang Packaging Development & Management eine ökologische Verpackung aus Getreidespelz, die Styropor ersetzen könnte. Spelzen sind die feinen Hüllen, zwischen denen die Getreidekerne an den Ähren wachsen. Bisher wurden sie nicht anderweitig verwendet und galten als Abfallprodukt. Damit eine feste, Styropor ähnliche Struktur entstehen kann, werden die Spelzen mit dem pflanzlichen Kleber Agar-Agar zusammengehalten. In dieser Form können sie schützend zwischen zerbrechliche Gegenstände gepackt werden und erfüllen denselben Zweck wie Styropor – nur umweltfreundlicher.

 

Abfalltrennung, -vermeidung und Kreislaufwirtschaft bei der BSR erlernen

Achtsamkeit für unsere Umwelt sollten unsere Jüngsten schon früh lernen. Zu diesem Zweck bietet die BSR Umweltbildungsangebote für Grundschulen an. Was wird aus unserem Müll? Wie kann man heute schon zum Schutz unserer Umwelt beitragen und wie spart man überhaupt Ressourcen? Diese Fragen werden unter anderem von der BSR anschaulich beantwortet.
Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 – 6 können an dieser Lernreihe teilnehmen und eine Führung über einen Recyclinghof der BSR erhalten. Hierbei experimentieren sie mit Biogaserzeugung und bekommen anhand eines Workshops, einer Projektstunde und einem Lehrfilm spannendes Wissen zur Abfalltrennung und -vermeidung vermittelt.
Eine Anmeldung ist vorab erforderlich und kann unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder (030) 75 92 49 00 vereinbart werden. Die Teilnahme richtet sich an Grundschulen und ist zudem kostenlos.

 

Der digitale Museumsgang

Kunst- und Kulturliebhaber haben es aktuell nicht leicht. Museen sind geschlossen, Theatervorstellungen abgesagt und Konzerte bis auf ungewisse Zeit verschoben. Nichts geht mehr. Oder vielleicht doch? Es gibt bereits eine ganze Reihe an Angeboten, um Kunstfans weiterhin den Genuss von Kunst und Kultur zu ermöglichen.
Wie das „Google Art Project“, bei dem man online durch die Hallen der beliebtesten Museen der Welt schlendern und vollkommen kostenlos die berühmtesten Kunstwerke unserer Zeit bewundern kann.Seit 2011 bietet Google diese Online-Rundgänge und inzwischen versetzen über 1.200 Museen Kunstfreunde in ihren eigenen vier Wänden ins Schwärmen. Wer wollte nicht schon immer mal die Mona Lisa von da Vinci sehen? Normalerweise ist das mit stundenlangem Anstehen verbunden - und das bei jedem Wetter. Nun kann man sie bequem von zu Hause aus betrachten. Ganz ohne lange Wartezeit oder Atemschutzmaske.

 

Mikroplastik, Palmöl und Allergene checken - Mit der App Codecheck

Die App „Codecheck“ ist die neue Einkaufshilfe für Ihr Smartphone. Egal ob Lebensmittel oder Kosmetik – die App verwandelt Ihre Handy-Kamera in einen Barcode-Scanner und ermöglicht das sekundenschnelle Abrufen von Produktdaten.
Die verwendeten Inhaltsstoffe werden angezeigt und mittels eines Ampelsystems bewertet. Rot und gelb zeigen sehr bedenkliche Stoffe an, die z. B. in Verdacht stehen, Krebs oder Allergien auszulösen oder schlecht für unsere Umwelt sind. Grüne Inhaltsstoffe sind objektiv unbedenklich, müssen aber nicht für jeden gut sein.
Wer eine Lebensmittelunverträglichkeit hat, muss auch vor Gluten, Milch und ähnlichen Allergenen gewarnt werden.  Zum Glück gibt es hierfür eine Personalisierungsfunktion, mit der die App Allergikern sofort mitteilt, falls sie zu einem Produkt mit entsprechenden Inhalten greifen.
Wer es sich zur Aufgabe gemacht hat, keine Produkte zu kaufen, die Mikroplastik oder Palmöl enthalten oder immer wieder Inhaltsstofftabellen nach Allergenen durchforsten muss, ist mit dieser App gut beraten.

 

Nachhaltigkeitsstrategie: Bundesregierung setzt auf die Bevölkerung

Wie können wir dem Klimawandel und Artensterben entgegenwirken, gleichzeitig den Wohlstand auf der ganzen Welt fördern und für zukünftige Generationen sichern? Mit dieser wichtigen aber äußerst komplexen Fragestellung befasste sich die Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung gemeinsam mit der Bevölkerung. So wurden vier öffentliche Konferenzen veranstaltet, in denen 1.500 Bürger teilnahmen, um über Ideen und Strategien zu diskutieren. 17 Ziele wurden hierfür in der Nachhaltigkeitsstrategie identifiziert, darunter z.B.

  • Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherzustellen
  • Meere und Meeresressourcen zu schützen und nachhaltig zu nutzen
  • Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes finden Sie alle Ziele und können verfolgen, wie die Umsetzung voranschreitet. Wie Sie dazu beitragen können, die Ziele im Alltag zu unterstützen, erfahren Sie auf unserem Blog, u.a. auf:

 

Smarte Initiative für weniger Plastikabfall

Ein großer Teil des Plastikmülls entfällt auf die Süßwarenbranche. Schließlich lassen bunte Farben und glitzernde Verpackungen Kinderaugen leuchten – besonders nachhaltig ist das jedoch nicht. Der Hersteller Smarties möchte beweisen, dass das auch anders geht und fertigt ab sofort alle Verpackungen aus recyclebarem Papier.
Nach dem Genuss der bunten Leckereien wirft man die Verpackung einfach in die blaue Tonne und Berlin Recycling kümmert sich um die Aufbereitung und Rückführung des wertvollen Rohstoffes. Laut Hersteller können so rund 191 Tonnen Plastikabfall pro Jahr eingespart werden. Diese Umstellung hat der Konzern sich einiges kosten lassen: rund 10 Millionen Euro waren nötig, um das einzige europäische Werk in Hamburg auf die nachhaltige Verpackungsvariante umzustellen.
Das sei nur ein weiterer Schritt, um die leckeren Schokolinsen komplett nachhaltig zu produzieren. So sind die Farben bereits seit 2007 aus natürlichen Stoffen gewonnen und der Kakao nur von Plantagen bezogen, die allen Anforderungen der Rainforest Alliance entsprechen. Ein Konzept, dass hoffentlich viele weitere Produzenten zu ähnlichen Schritten inspiriert.

 

#abfallfreitag: Berlins Antwort auf die Wegwerfgesellschaft

Kaufen, öffnen, wegschmeißen: Jährlich produzieren wir pro Kopf durchschnittlich 535 Kilogramm Haushaltsmüll. Durch einen bewussten Umgang mit Ressourcen könnten jedoch täglich viele Abfälle vermieden oder ihr Lebenszyklus verlängert werden. Um Ideen und Tipps zur Verfügung zu stellen, mit denen ein Jeder im Alltag weniger Müll produzieren kann, hat die BSR den #abfallfreitag ins Leben gerufen.

Hierfür kommt am 20. November das Who’s Who der Kreislaufwirtschaft unter dem Motto „Zero Waste Future Festival“ zusammen. Die Expertinnen und Experten zeigen in verschiedenen, digitalen Veranstaltungen und Vorträgen, wie wir sparsamer mit Ressourcen umgehen und besser recyceln können. Erfahren Sie zum Beispiel, wie aus Verpackungen Spielzeug werden kann, welche Müllmythen in der Bevölkerung kursieren – und was wirklich davon stimmt oder wie Sie ein 3-Gänge Zero-Waste-Menü aus geretteten Lebensmitteln zaubern können.

abfallfreitag 2020

Sie haben Lust bekommen, teilzunehmen? Dann melden Sie sich hier kostenlos für die Veranstaltung an. Weitere Anregungen, mit denen Sie ganzjährig dafür sorgen können, dass wir weniger Abfälle produzieren, finden Sie auch auf unserem Blog:

 

Das Mehrwegsystem für die Salatbar

Fertiggerichte sind die größten Verursacher von Einwegverpackungen. Um die Menge an To-Go-Abfällen künftig zu minimieren, hat der Lebensmitteleinzelhändler REWE gemeinsam mit dem Start-up VYTAL an einem Mehrwegsystem für die Salatbar getüftelt.

Getestet wird dieses Mehrwegsystem bisher in fünf Kölner REWE-Märkten. Um das System zu nutzen, können sich Konsumenten mithilfe einer App und eines persönlichen QR-Codes in einem der Märkte eine wiederverwendbare Schale aus einer Ausgabestelle holen. Nach dem Befüllen und Bezahlen haben die Kunden im Anschluss 14 Tage Zeit, um die Schale wieder zurückzubringen. Für die Rückgabe muss die Schale lediglich oberflächlich gereinigt werden. Die ausführliche Reinigung übernimmt dann das Partnerunternehmen von REWE. Hält man sich an die Rückgabepflichten, wird für dieses System nicht einmal Pfand fällig.

Wir sind gespannt, ob das Mehrwegsystem bei der Bevölkerung Anklang findet und ob wir auch in Berlin künftig auf To-Go-Verpackungen an der Salatbar verzichten können. Weitere Möglichkeiten, wie Hersteller und Händler dank umweltfreundlicher Verpackungslösungen weniger Müll produzieren können, erfahren Sie auf unserem Blog.

 

Der Baum als Klimaretter

Der asiatische Kiri-Baum, auch Blauglockenbaum genannt, begeistert Forscher nicht nur, weil er ein wahrer CO2-Speicher ist, sondern vor allem, weil er so schnell wächst wie kaum ein anderer Artgenosse. Drei Meter schafft der Kiri-Baum in nur einem Jahr und kann insgesamt bis zu 15 Meter hoch werden. Zum Vergleich: Unsere heimische Eiche schafft in derselben Zeit gerade einmal halb so viel. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum der Baum als „Klimabaum“ gehandelt wird. Er besticht nämlich auch durch seine bis zu 1,20 Meter großen Blätter, die durch ihre schiere Größe besonders viel CO2 binden können. Und als wäre das nicht schon genug, begeistert er auch noch die Surfwelt mit seinem besonders leichten und stabilen Holz, dass sich perfekt zur Herstellung von Surfbrettern eignet. Wenn das mal kein Superbaum ist…

 

Die Wurmkiste für den Bio-Müll

Das österreichische Start-Up „Wurmkiste“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine biologisch einwandfreie Art zu entwickeln, um Biomüll auch in der Wohnung zu recyclen. Herausgekommen ist die gleichnamige Wurmkiste, die neben Holz und Muttererde aus Regenwürmern besteht.

Die Wurmkiste ist die Recyclingstation für biologischen Müll aller Art in der eigenen Küche oder auf dem Balkon. Die Holzkiste ist zwar von außen unscheinbar, steckt aber innen voller Leben. Bei Anlieferung erhalten Sie neben der Holzbox gleichzeitig einen Sack voller Würmer, die man mit ein wenig Muttererde in die Kiste streut. Im Anschluss können Sie Ihre Obst- und Gemüsereste sowie Teebeutel, Papier, Kaffeesatz. Pflanzenreste und viele weitere biologische Produkte in der Kiste entsorgen und zusehen, wie die Würmer aus dem Abfall wertvollen Dünger für Ihre Pflanzen erschaffen. Mit der Zeit vermehren sich die Würmer sogar in der Kiste und können dadurch immer mehr biologischen Abfall verwerten. Laut der Entwickler riecht die Kiste auch niemals unangenehm, sondern nach normaler Erde. So steht der Trennung von Bioabfällen auch ohne Biotonne nichts mehr im Weg.

Weitere Tipps zum nachhaltigen Gärtnern für den Garten, Balkon oder Blumenkasten lesen Sie in unserem Artikel „10 Tipps zum Umweltschutz im Garten“.

Wurmkiste

 

Impulsgeber-News der letzten Ausgaben

 

NochMall – das Gebrauchtwarenhaus der BSR

Seit August haben Schnäppchenjäger und Nachhaltigkeits-Fans die Möglichkeit, in Berlin-Reinickendorf auf über 2.0000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zwischen Möbelstücken, Elektro- und Haushaltsgeräten sowie Spielzeugen, Kleidung, Büchern u.v.m. zu stöbern. Einzige Voraussetzung des vielfältigen Sortiments: die Gegenstände müssen bereits eine Vorgeschichte haben. In der NochMall der BSR finden sich nämlich ausrangierte Schmuckstücke, die noch in einem viel zu guten Zustand sind, um auf dem Sperrmüll oder in der Mülltonne zu landen.

Dank des Kaufhauses kann jeder Einzelne dazu beitragen, sein Abfallaufkommen zu verringern. Entweder, indem bei der nächsten Neuanschaffung zu einem gebrauchten Gegenstand gegriffen wird oder indem beim Ausmisten (z.B. wenn der nächste Umzug vor der Tür steht) Dinge zur Spende gebracht werden, die nicht mehr gebraucht werden. Spenden für die NochMall können neben dem Gebrauchtwarenhaus selbst auch an den Recyclinghöfen der BSR am Hegauer Weg und in der Lengender Straße abgegeben werden.

Das Kaufhaus für Gebrauchtes ist darüber hinaus aber noch viel mehr. So werden hier auch Repair-Cafés und Upcycling-Workshops veranstaltet. Trendsetter und innovative Unternehmen können außerdem ihre nachhaltigen Produkte in Pop-up-Stores präsentieren.

Wer jetzt Lust bekommen hat, in dem vielfältigen Sortiment zu stöbern, der kann die NochMall montags bis samstags jeweils von 10-18 Uhr besuchen. Mehr Informationen finden Sie außerdem unter nochmall.de

 

Duschgel-Nachfüllstationen für weniger Verpackungsmüll

Zero Waste ist in aller Munde und das Bedürfnis, bewusst weniger Müll zu produzieren steigt, um damit die Umwelt zu schonen. Um diese Nachfrage zu bedienen, testen einige Drogerieketten in Pilotprojekten nun die Akzeptanz von „Duschgel-Tankstellen“ in der Bevölkerung. Das Prinzip funktioniert so: Kunden bringen ihre leeren Flaschen in die Einzelhandelsfiliale und können diese neu befüllen. Das Ganze soll bis zu drei Mal möglich sein, bis die leeren Flaschen zur Einhaltung der Hygienestandards ausgetauscht und gereinigt werden müssen.

Aktuell werden die Nachfüllstationen in der Drogeriemarktkette dm in drei deutschen Filialen getestet (zwei in Hamburg, eine im baden-württembergischen Ettlingen). Anfang des Jahres hatte auch Rossmann bereits ein ähnliches Pilotprojekt gestartet. Hierfür wurden in einigen Filialen in Tschechien Nachfüllstationen für Shampoo, Duschgel, Handseife sowie für Flüssigwaschmittel, Weichspüler und Geschirrspülmittel angeboten.

Wir sind gespannt, wann es die ersten nachhaltigen Abfüllstationen in Berlin gibt und ob diese schon bald bundesweit in den verschiedenen Einzelhandelsmärkten zu finden sein werden.

Wie Sie bereits jetzt (Plastik-)Müll im Alltag vermeiden können, lesen Sie in unserem Zero-Waste-Blogbeitrag.

Tipps für weitere nachhaltige Verpackungsmöglichkeiten im Handel, in der Gastronomie sowie den eigenen vier Wänden erfahren Sie außerdem in unserem Artikel über umweltfreundliche Verpackungen.

 

Denk_mal nachhaltig: Tag des offenen Denkmals 2020

Denkmälern eilt oftmals der Ruf voraus, teuer und ineffizient zu sein. Dabei sind die historischen Gebäude nicht nur Geschichtsträger, sondern auch echte Klimaschützer. Die Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit der Gebäude und die Verwendung von natürlichen und beständigen Baumaterialien sorgen dafür, dass Denkmale Neubauten in Sachen Umweltfreundlichkeit in nichts nachstehen. Da große Mengen an Energie und Ressourcen gespart werden, leistet Denkmalpflege sogar einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Um den Natur- und Ressourcenschutz von Denkmalen dreht sich auch der diesjährige Tag des offenen Denkmals, der am 12. und 13. September unter dem Motto „Denk_mal nachhaltig“ stattfindet. Unter den 250 Denkmälern, die Sie in Berlin besichtigen können, gehören z.B. die Bötzow Brauerei in Prenzlauer Berg, der Flughafen Gatow, das Kino International an der Karl-Marx-Allee oder der Rosengarten am Volksberg in Weinberg. Auch von den eigenen vier Wänden lässt sich an der Veranstaltung teilnehmen – zum Beispiel, indem Sie an der virtuellen Tour die Mosaikhalle im Verwaltungsgebäude der Siemens AG erkunden.

Alle Veranstaltungen sind für Besucher gratis. Allerdings müssen Sie sich aufgrund der Corona-Beschränkungen vorab anmelden. Überprüfen Sie außerdem kurz vorher erneut, ob die Veranstaltung wirklich stattfinden kann. Falls es zu Einschränkungen kommen sollte, können Sie trotzdem viele der Sehenswürdigkeiten vollständig virtuell besichtigen. Ausfallen muss das Denkmalwochenende also auf keinen Fall. Das vollständige Programmheft der diesjährigen Veranstaltung finden Sie hier.

 

Studie „Hausmüll in Deutschland“: So schneiden wir im Vergleich zu den 80er Jahren ab

Laut einer repräsentativen Analyse des Umweltbundesamts hat sich die Menge des Restabfalls deutscher Haushalte im Vergleich zu den 80er Jahren beinahe halbiert. Demnach landeten vor 35 Jahren noch 239 Kilogramm Restmüll und 2018 „nur“ noch 123 Kilogramm Restmüll pro Kopf in der Tonne. Das heißt: Altpapier, Glas, Metalle und Kunststoffe werden heute schon häufiger richtig getrennt.

Allerdings gehörten noch immer zwei Drittel der Abfälle, die in der Restmülltonne landen, eigentlich nicht dorthin. Am auffälligsten sei dies beim Biomüll der Fall. So gehören 40 Prozent der Abfälle im Restmüll eigentlich in die Biotonne. Richtig getrennt, kann Biomüll vollständig recycelt werden. Weitere 27 Prozent des Restmülls bestehen außerdem aus Altpapier, Altglas, Plastik, Textilien, Holz, Kork und Elektrogeräten. Umso wichtiger ist es also, dass wir hier alle aktiv werden und auf richtiges Trennen achten! Sie haben Fragen, was in welche Tonne gehört? Unsere Trenntipps helfen Ihnen weiter!

 

Kaugummi kauen mit gutem Gewissen

Haben Sie gewusst, dass herkömmlicher Kaugummi aus Erdöl, Plastik und synthetischen Stoffen hergestellt wird? Das klingt nicht nur wenig schmackhaft, sondern sorgt auch dafür, dass die Kaugummis nicht biologisch abbaubar sind. Als Ergebnis sehen wir täglich, wie Massen der Süßigkeit die Straßen und Gehwege in deutschen Großstädten beschmutzen. Dabei gibt es durchaus Alternativen.
So wurde schon in der Steinzeit emsig Baumharz gekaut, um der Kaumuskulatur etwas zu tun zu geben. Und auch die Maya und Azteken nutzten schon den Saft des Breiapfelbaums, um eine Art Kaugummi herzustellen.

Die Idee, diese langbekannten Materialien aus Gummibäumen erneut als Ausgangsstoff für Kaugummis zu nutzen, kam 2019 auch Thomas Krämer – der daraufhin sein nachhaltiges Start-up „Forest Gum“ gründete. Bei den plastikfreien Kaugummis wird vollständig auf synthetische Stoffe verzichtet und auch Zucker ist Tabu. Stattdessen wird der Zuckerersatz Xylit genutzt, der sogar Kariesbakterien reduziert. Zusätzlich wird penibel auf die Herkunft des Baumsaftes geachtet und damit der Erhalt des Tropenwaldes in Zentralamerika als Lebensraum und CO2-Speicher gefördert. So macht Kaugummi kaufen doch gleich doppelt so viel Spaß.

 

 

Nachhaltiges Wohnen auf der Erde und im All: Mit Pilzen

Pilze in der Wohnung sind der Albtraum eines jeden Bewohners. Dies könnte sich durch eine neue Technik der NASA bald ändern. Sie erforschen die Möglichkeit aus Wurzeln von Pilzen Unterkünfte auf dem Mars oder dem Mond zu bauen. Einige Unternehmen möchten diese Technik bald auch auf der Erde nutzen.

Durch Unternehmen wie SpaceX scheint eine Reise zum Mars in greifbarer Nähe. Wohin aber nach der Ankunft? Um andere Planeten zu besiedeln, dachte man bislang daran, Baumaterialien von der Erde mitzunehmen. Da dies jedoch extrem aufwendig und teuer wäre, will die NASA stattdessen Unterkünfte auf dem Mars wachsen lassen. Besonders geeignet sind dafür spezielle Pilze, welche zum Wachsen lediglich ein Bakterium benötigen, das aus Wasser und CO2 Sauerstoff und Nahrung für den Pilz herstellt.

So muss nicht nur auf den Transport von schweren Baumaterialien verzichtet werden. Das Pilzmyzel ist darüber hinaus auch ein sehr kompaktes und leichtes Material. Gleichzeitig sind die Zellfäden robuster als Beton und können in jede Form gebracht werden.

Was für den Mars gut ist, ist laut eines indonesischen Startups für die Erde gerade gut genug. Sie nutzen die Pilze bereits, um nachhaltige Baumaterialien und Möbel herzustellen. Sollte sich die Idee durchsetzen, könnte ein Pilz in der Wohnung also schon bald deutlich weniger negativ behaftet sein.

 

Berliner Abfallwirtschaftskonzept 2020–2030 mit Zero-Waste-Strategie

Müllvermeidung, Ressourcensparsamkeit, Recycling und hochwertige Verwertungssysteme sollen dazu beitragen, die Klimaschutzziele in der Hauptstadt zu erreichen. Die entsprechenden Maßnahmen hierfür hat der Berliner Senat im Abfallwirtschaftskonzept 2020-2030 definiert, darunter zum Beispiel:

  • Reduzierung des Siedlungsabfallaufkommens um 20 Prozent bis 2030: z.B. durch Vermeidung von Speiseabfällen, Einwegprodukten und Verpackungen. Außerdem soll die Wiederverwendung (Re-Use) von Gebrauchtwaren, die Getrenntsammlung von Bioabfällen, Wertstoffen und Elektrokleingeräten ausgebaut sowie ein Neuausrichtung des Recyclinghof-Systems der BSR vollzogen werden.

  • Steigerung der Recyclingquote für mineralische Bauabfälle von 47 auf 64 Prozent: Etwa durch sortenreine Erfassung von Stoffströmen wie Beton, Ziegel und Gips, um gütegesicherte Sekundärbaustoffe wie Recyclingbeton und Recyclinggips für den Hoch- und Tiefbau zur Verfügung zu stellen.

  • Flächendeckende Rückgewinnung von rund 2.600 Tonnen/Jahr Phosphor aus Klärschlammaschen, als Rohstoff etwa für die Düngemittelherstellung.

Durch diese und weitere Maßnahmen sollen bis 2030 jährlich 250.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Weitere 1,4 Millionen Tonnen CO2 sollen zudem jedes Jahr durch den Einsatz von Sekundärbaustoffen vermieden werden.

Wie auch Sie im Alltag dazu beitragen können, dass unsere Hauptstadt klimafreundlicher wird, erfahren Sie auf unserem Blog:

 

Mit Gardinen aus Pflanzen für mehr Grün in der Hauptstadt

Das Kreativbüro um Jan Engel will mit seinen vertikalen Gärten mehr Grün in die Städte bringen. Dafür hat er gemeinsam mit seinem Team eine Do-it-yourself-Anleitung erarbeitet, die es ermöglicht, Ranke- und Hängepflanzen zu Gardinen für Türen und Fenster wachsen zu lassen. Der Clou: Die sogenannten „Bioblinds“ lassen sich ganz einfach öffnen – theoretisch auch elektronisch – und bieten somit nicht nur einen grünen, sondern jederzeit auch freien Ausblick.

Die Pflanzen-Gardinen sind nicht nur optisch ein Hingucker, sondern sorgen darüber hinaus für eine höhere Sauerstoffproduktion, einer Verbesserung des Klimas und einem angenehmen Kühleffekt im Sommer.

Bislang hat das Team die vertikalen Gärten auf den eigenen Balkonen getestet –u.a. aus Efeu, Hopfen, Blauregen, Jasmin, wilden Wein, Kiwi und Dichondra. Künftig sollen alle Stadtbewohner die Möglichkeit bekommen, den Blick ins Grüne zu genießen. Interessierte können sich bereits eine Bauanleitung der ersten Bioblinds-Version auf der Webseite downloaden.

Bioblinds

 

Tipps zur Mülltrennung im Home-Office

Laut einer Berechnung des Öko-Instituts in Freiburg werden durch das Recycling von Verpackungsabfällen aus der Wertstoff-, Glas- und Papiertonne bundesweit jedes Jahr rund 3,1 Millionen Tonnen CO2 eingespart – das entspricht den Emissionen einer Stadt in der Größe von Bonn im gleichen Zeitraum. Damit die Abfälle recycelt werden können, ist die richtige Mülltrennung Grundvoraussetzung.

Diese typischen Büroabfälle sollten Sie auch im Home-Office richtig trennen:

 
Papier und Pappe Altpapiertonne
Kaffeekapseln Wertstofftonne
Kaffeesatz                     Biotonne
Teebeutel                     Biotonne
kaputte Kugelschreiber und Stifte  Restmülltonne
Haftnotizen und Etiketten Restmülltonne (aufgrund der Klebstoffanwendungen)
Druckerpatronen

beim Hersteller oder Händler zurückgeben,
alternativ: Recyclinghöfe der BSR

Verpackungen von Take-Away-Speisen  
  • Styropor
Wertstofftonne
  • Pappkartons- und -becher
unbeschichtet und sauber in die Altpapiertonne,
verschmutzt in die Restmülltonne,
beschichtet in die Wertstofftonne
  • Plastikdeckel
Plastikdeckel

Für mehr Nachhaltigkeit und weniger Home-Office-Müll sollten Sie Mehrweg- und Nachfüllprodukte nutzen, (überflüssige) Verpackungen vermeiden und langlebige, reparaturfreundliche Gebrauchsprodukte anschaffen. Meiden Sie Wegwerfprodukte wie Pappbecher und Take-away-Boxen und verzichten Sie auf Briefumschläge mit Fenster, da sich diese schwieriger recyclen lassen. Bei Batterien sollte Sie immer zu den wiederaufladbaren Varianten greifen und Papier aus recycelten Papierfasern kaufen.

Mehr Tipps zum Arbeiten im Home-Office und zur Vermeidung von Büroabfällen – auch in den eigenen vier Wänden – finden Sie auf unserem Blog.

 

Ist die Corona-Krise gut für die Natur? Ja und Nein!

Die Corona-Krise hat sich in vielen Facetten positiv auf die Natur ausgewirkt: Weniger Flug-, Schiffs- und Autoverkehr, weniger Konsum und mehr Radfahrer. Trotzdem schlagen Umweltgruppen Alarm, dass die Krise die Verschmutzung der Weltmeere eskalieren lässt. Das Problem: Wegwerfmasken, die achtlos weggeworfen auf den Straßen und teilweise sogar in Wäldern und Seen zu finden sind. In Asien wurde deshalb bereits ein deutlicher Anstieg von Masken im Meer festgestellt, die eine ernsthafte Bedrohung für Wildtiere und Meeresorganismen darstellen.

Die klassischen Wegwerfmasken werden aus dem Kunststoff Polypropylen hergestellt. Durch den hohen Gummianteil in den Masken und der Viren-Gefahr können sie nicht recycelt, sondern müssen im Restmüll entsorgt werden. Die weltweit sehr hohe Nachfrage nach diesen Masken wirkt sich schon jetzt deutlich auf die Ökosysteme aus.

Um die Umweltverschmutzung zu vermeiden, sollte stattdessen zu wiederverwendbaren Masken aus Stoffen gegriffen werden. Diese gibt es in vielen Größen und Farben im lokalen Einzelhandel zu kaufen oder können einfach selbsthergestellt werden.

 

Smartphone-Recycling mit Handy-Ankauf-Automaten

Größer, schneller, besser: Jedes Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 22 Millionen neue Smartphones verkauft. Doch was passiert mit den Altgeräten? Die schlummern meist bis zu dem nächsten Frühjahrsputz – wenn nicht sogar noch länger – in den Schubladen der deutschen Haushalte. Das bayrische Landesamt für Umwelt hat errechnet, dass in den 124 Millionen bundesweiten „Schubladenhandys“ 1.000 Tonnen Kupfer, 487 Tonnen Kobalt, 33 Tonnen Silber, 3 Tonnen Gold und 1 Tonne Palladium stecken!

Was in den USA und Großbritannien schon seit einigen Jahren funktioniert, haben die Elektronikmärkte Saturn und Media Markt jetzt auch in den ersten deutschen Filialen eingeführt: Handy-Ankauf-Automaten. Diese Automaten funktionieren ähnlich wie bei Pfandflaschen:

  1. Das alte Handy oder Smartphone in den Automaten stecken
  2. Den Wert des Gerätes vom Automaten berechnen lassen
  3. Direkt im Anschluss für den Wert einen Einkaufsgutschein erhalten

Auch defekte Geräte, zum Beispiel mit kaputtem Display oder Wasserschaden, nehmen die Automaten an.

Smartphone-Recycling

Damit Rohstoffe wiederverwendet werden können und Schadstoffe durch unsachgemäße Entsorgung nicht in die Umwelt gelangen, erfahren Sie auf unserer Webseite außerdem, wie und wo Sie Ihr Handy in Berlin sowie andere Elektrogeräte richtig entsorgen.

 

Ecosia: Im Internet surfen und dabei Bäume pflanzen

Wo ist der nächste Bankautomat? Wie lauten die aktuellen Nachrichten? Wer hat beim letzten Fußballspiel gewonnen? Wenn Sie diese Fragen künftig in der Suchmaschine ecosia.org eingeben, dann tun Sie der Umwelt etwas Gutes. Ähnlich wie bei anderen Suchmaschinen werden auch bei Ecosia Werbeanzeigen ausgespielt. Die dadurch entstehenden Werbeeinnahmen spendet das Unternehmen zu rund 80 Prozent an Baumpflanzprojekte.

In Zahlen bedeutet das: Für jede 45. Suchanfrage pflanzt Ecosia einen Baum. Seit Gründung im Jahr 2010 hat die Suchmaschine damit bereits über 66 Millionen Bäume gepflanzt. Unterstützt werden dabei Baumpflanzprojekte auf der ganzen Welt.

 

Studie: Handel verlangt ökologische Verpackungen

Handelsunternehmen suchen vermehrt ökologische Verpackungen, die über den Schutz der Produkte und Waren hinausgehen. Denn Umweltschutz ist für die privaten Konsumenten immer wichtiger geworden. So hat eine Studie des Instituts für Handelsforschung (IFH Köln) und des Verbands der Wellpappen-Industrie (VDW) ergeben, dass 93 Prozent der Verbraucher Nachhaltigkeit beim Einkauf sehr wichtig seien (zum Vergleich: das Argument „Bequemlichkeit“ schafft es auf Platz 2 mit 69 Prozent, der „Einkauf als Erlebnis“ auf Platz 3 mit 45 Prozent“).

Auf die Frage, welche Anforderungen Verpackungen in Zukunft erfüllen sollten, gaben neun von zehn Befragten eine höhere Recyclingfähigkeit, weniger Plastikmüll und den Einsatz von umweltverträglichen Materialien an.

Darüber hinaus seien zwei Drittel der Befragten daran interessiert, dass auf Produktverpackungen künftig weitere Informationen via Smartphone abgerufen werden können.

Infografik der Studie Handel ist Wandel

Die vollständige Studie können Sie unter diesem Link abrufen.

Wer beim Einkauf künftig gänzlich auf Verpackungen verzichten möchte, der sollte unser Interview mit dem Berliner „Unverpackt Laden“ lesen.

Sie wollen Ihren (Verpackungs-)Müll im Alltag einschränken? Unsere Zero-Waste-Tipps werden Ihnen dabei helfen.

Welche Anforderungen Händler und Hersteller mit dem seit diesem Jahr eingeführten Verpackungsgesetz einhalten müssen, erfahren Sie ebenfalls auf unserem Blog.

 

Putzen statt Party: Mit der Greifzange Gutes tun

Wer an Urlaub denkt, dem fallen Wörter wie Sommer, Sonne, Strand, Erholung und Sightseeing ein – sicher jedoch nicht alte Kaugummis, Zigarettenstummel und Straßendreck. Genau hierum geht es aber in den Stadtrundgängen, die die Bezirksämter Pankow und Mitte gemeinsam mit dem Anbieter SANDEMANs NEW anlässlich des dreißigjährigen Mauerfall-Jubiläums veranstaltet haben. Das Ziel: Der Stadt etwas zurückzugeben. Denn wo viele Leute sind, da fällt auch jede Menge Müll an. Statt klassischer Stadtführung im Doppeldeckerbus konnten Touristen eine „Müll-Sammel-Tour“ buchen, die aus drei Programmpunkten bestand:

  1. Wissenswertes über die Ost-West-Geschichte in der Gedenkstätte Berliner Mauer erfahren
  2. Müll sammeln im Berliner Mauerpark
  3. Picknicken zur Belohnung

Sightseeing und Müll sammeln in Berlin

Die „Cleanup“-Aktion war ein voller Erfolg – und der Anbieter denkt darüber nach, die Tour zu einem festen Bestandteil seines Angebotes zu machen. Denn auch in anderen europäischen Städten wie Amsterdam, Paris und Barcelona sind die „Müll-Sightseeing-Touren“ bereits ein echtes Urlaubshighlight.

 

So erkennen Sie Tee aus fairem Handel

1. Achten Sie darauf, ob der Tee mit einem Nachhaltigkeits-Siegel oder einer Zertifizierung gekennzeichnet ist. Dazu gehört zum Beispiel das EU-Bio-Siegel, das für Erzeugnisse aus ökologischer Landwirtschaft vergeben wird.

Weitere Siegel sind außerdem:

  • die UTZ-Zertifizierung, die für Tee, Kaffee und Kakao aus nachhaltigem Anbau vergeben wird.
  • das Fairtrade-Siegel, das Produkte aus fairem Handel kennzeichnet, die bei der Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien einhalten.
  • das Rainforest Alliance Siegel, dessen Ziele die biologische Vielfalt und nachhaltige Landnutzung sind und das Unternehmen mit sozial verantwortungsvollem Handeln kennzeichnet.

2. Kaufen Sie am besten losen Tee oder achten Sie darauf, dass auch die Verpackung nachhaltig ist.

Eine nachhaltige Verpackung erkennen Sie zum Beispiel am FSC-Logo, das Verpackungen aus einer Waldbewirtschaftung mit hohen Umwelt- und Sozialstandards kennzeichnet.

3. Recherchieren Sie auf den Webseiten der Unternehmen, ob das Thema Nachhaltigkeit den Firmen wichtig ist und sie entsprechende Kriterien erfüllen. Denn vor allem kleine Tee-Firmen können sich die meist teuren Zertifizierungen oft nicht leisten – das heißt aber nicht, dass sie nicht auch nachhaltig produzierten Tee anbieten.

Mehr Informationen und Tipps zu Bio- und Umweltsiegeln finden Sie auch auf unserem Blog.

 

„Spoontainable“ - Der leckere Ersatz zum Plastiklöffel

Das Start-up Spoontainable hat den Plastik-Einweglöffeln in Eisdielen den Kampf angesagt. Der „Spoonie“ besteht aus Fasern der Kakaoschale und ist damit nicht nur nachhaltig und plastikfrei, sondern auch essbar. Drei Monate nach der Markteinführung hat das Unternehmen bereits 700.000 Löffel verkauft. Gastronomen und Händler können die nachhaltigen Eislöffel, die zudem auch vegan und glutenfrei sind, direkt auf der Spoontainable Webseite anfragen – so schmeckt das nächste Eis oder der Frozen Yogurt noch viel besser!

Weitere Start-ups, die ebenfalls nachhaltige, innovative Produkte auf den Markt gebracht haben, können Sie in unserem Blogbeitrag zu „Grünen Start-ups“ entdecken.

Spoonie von Spoontainable

 

Nachhaltige Unternehmen gesucht: CSR-Preis der Bundesregierung

Unternehmen, die nachhaltiges Wirtschaften fördern und ihren Sitz in Deutschland haben, können sich für den diesjährigen CSR-Preis bewerben. Gesucht werden…

  • Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten,
  • Unternehmen mit 250 bis 999 Beschäftigten und
  • Unternehmen mit 1000 und mehr Beschäftigten,

die mit ihren nachhaltigen Produkten oder Dienstleistungen bereits Erfolge nachweisen konnten – oder aber auch noch einen langen Weg vor sich haben. Voraussetzung ist, dass Ihr Betrieb bereits konkrete Ziele definiert und erste Maßnahmen ergriffen hat. Neben der Auszeichnung in den drei Größenkategorien werden zwei weitere Sonderpreise für „Verantwortungsvolles Liefermanagement“ sowie „CSR und Digitalisierung“ verliehen.

Der CSR-Preis möchte Unternehmen mit herausragender unternehmerischer Verantwortung honorieren und andere Betriebe zur Nachahmung motivieren. Dabei sollten folgende Bewerbungskriterien erfüllt oder bereits geplant sein:

✓ Faire Geschäftspraktiken
✓ Mitarbeiterorientierte Personalpolitik
✓ Sparsame Nutzung natürlicher Ressourcen
✓ Schutz von Klima und Umwelt
✓ Engagement vor Ort
✓ Übernahme von Verantwortung in der Lieferkette

Das klingt spannend? Hier können sich Interessierte vom 1. September bis 15. Oktober 2019 bewerben. Für Unternehmen jeder Branche und Größe bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auch einen kostenlosen CSR-Self-Check an. Fragen Sie sich, ob und wenn ja wie Ihr Unternehmen nachhaltiger werden soll? Dann lesen Sie unserem Artikel, wie Ihr Betrieb grüner wird und welche Vorteile Nachhaltigkeit im Unternehmen mit sich bringt.

 

Verschenken Sie Ihre Gebrauchtwaren zur Wiederverwertung

„Re-Use“ ist eine Initiative der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Bereits seit 2018 werden über die Aktion Gebrauchtwaren aus Berliner Haushalten gesammelt, die nicht mehr benötigt werden oder kaputt sind:

Sie haben Bücher, Kleidung, Geschirr, Elektrogeräte oder Kleinstmöbel, die Sie nicht mehr benötigen und die nur noch Staubfänger sind? Dann können Sie Ihre Haushaltsgegenstände an diesen nächsten Tagen abgeben:

  • Donnerstag, 22. August und 12. September, jeweils 12-18 Uhr, Ökomarkt an der Akazienstraße, Akazienstraße/Apostel-Paulus-Straße, 10823 Berlin
  • Donnerstag, 26. September, 12-19 Uhr, Ökomarkt am Kollwitzplatz, Wörther Straße/Ecke Knaackstraße, 10405 Berlin

Gut erhaltene und reparierte Gegenstände werden im Anschluss an einem der vier „Re-Use“-Kaufhäuser verkauft. Dazu gehören:

Re-Use-Kaufhaus trias gGmbH
Am Juliusturm 21, 13599 Berlin
Samstag, 3. August, 11.00–17.00 Uhr
Samstag, 10. und 17. August, jeweils 10.00–16.00 Uhr

Re-Use-Kaufhaus GFS
Ullsteinstr. 176, 12105 Berlin
Samstag, 24. und 31. August, 7. September, jeweils, 10.00–16.00 Uhr

Re-Use-Kaufhaus Fairkauf
Am Stichkanal 2–4, 14167 Berlin
Samstag, 7., 14. und 21. September, jeweils 10.00–16.00 Uhr

Re-Use-Kaufhaus Help
Janusz-Korczak-Str. 31, 12627 Berlin
Samstag, 28. September, 5. und 12. Oktober, jeweils 10.00–16.00 Uhr

Die Erlöse aus dem Verkauf spendet die Initiative an lokale, soziale Projekte sowie Klima- und Umweltinitiativen.

Sie haben an den nächsten „Re-Use“-Sammel-Terminen keine Zeit? Sie möchten einen Gegenstand verleihen oder tauschen? Auf der ReMap unter: https://www.remap-berlin.de/karte finden Sie Projekte und Initiativen in Ihrer Nähe, die Ihnen genau das ermöglichen. Wenn Sie darüber hinaus erfahren möchten, wie Sie in Ihrem Alltag Müll vermeiden können, dann lesen Sie unseren „Null-Müll“-Blogbeitrag mit Zero-Waste-Tipps!

 

Gegen Plastikmüll: dm, Globus und Rossmann starten Recycling-Kampagne

Kunststoffe umgeben uns im Alltag in vielen Lebensbereichen und nach wie vor steckt ein Großteil der Produkte – ob im Supermarkt oder in der Drogerie – in einer schicken Plastikverpackung. Knapp 38 Kilogramm Plastikverpackungsabfälle fallen durchschnittlich jedes Jahr pro Person in Deutschland an. Umso wichtiger also, dass Kunststoffe recycelt werden. Das dachten sich auch die drei Handelsketten dm, Globus und Rossmann. Sie haben im Namen des Rezyklat-Forums – ein Zusammenschluss aus Händlern, Herstellern und Entsorgern – eine Recycling-Kampagne gestartet haben. Seit Ende Juli sind in mehr als 4.000 Filialen der drei Händler Plastik-Produkte gekennzeichnet, deren Verpackungen einen hohen Recycling-Anteil aufweisen. Das entsprechende Logo erkennen Verbraucher an zwei verschlungenen Pfeilen in rot und blau und dem Slogan „Gemeinsam recyclen. Gemeinsam Werte schaffen“.

Recycling-Kampagne dm, Globis, Rossmann

Die Produkte, die mit dem Logo ausgezeichnet sind, bestehen zu mindestens 70 Prozent aus Post-Consumer-Rezyklat (PCR). Dabei handelt es sich um Plastik, dass zuvor bereits in anderer Form – beispielsweise als PET-Flasche – verwendet und recycelt wurde.

Mit der Kampagne wollen die Händler bei Verbrauchern das Bewusstsein für die Kreislaufwirtschaft fördern, auf eine sortenreine Trennung aufmerksam machen und die Recycling-Quoten steigern.

Inwiefern Kennzeichnungen und Siegel unser Einkaufsverhalten beeinflussen und was wir bewirken können, wenn wir zu umweltbewussten Waren greifen, erfahren Sie in unserem Artikel zum „Nachhaltigen Konsum“.

Wer beim nächsten Einkauf gänzlich auf Verpackungen verzichten will, der sollte sich in unserem Interview über den Berliner „Original Unverpackt“-Laden schlau machen.

Warum nachhaltige Verpackungen für Hersteller und Händler immer wichtiger werden? In unserem Blogbeitrag zum neuen Verpackungsgesetz geben wir Ihnen hierauf Antworten!

 

PDK – Ein neues Plastik, das die Umwelt schont?

Plastikabfälle gehören heutzutage zu den größten Umweltherausforderungen auf der Welt. Allein in Deutschland produzieren wir pro Kopf knapp 38 Kilogramm Plastikverpackungsabfall jährlich. Und neben den offensichtlichen Plastikverpackungen stecken die Kunststoffe noch in vielen anderen Produkten und Waren, die wir im Alltag einkaufen. Problematisch sind dabei vor allem Chemikalien wie Füllstoffe oder Weichmacher, die es unmöglich machen, Kunststoffe vollständig zu trennen und zu recyceln. Bis jetzt: Denn ein Forscherteam aus Kalifornien hat mit dem neuen Material „Polydiketoeanmin“ (kurz PDK) einen recycelbaren Kunststoff entworfen, der die Menge an Plastikverpackungsabfällen in Zukunft erheblich reduzieren könnte.

PDK kann im Gegensatz zu herkömmlichen Kunststoffen vollständig und endlos recycelt werden. Ähnlich wie bei einem Lego-Spielset können die Bestandteile des PDK einzeln zerlegt und wieder zusammengesetzt werden – und dabei immer wieder eine andere Form oder Textur ohne Qualitätsverlust annehmen.

Bis PDK jedoch in der Industrie umfassend genutzt werden kann, benötigt es noch einige Zeit. Zeit, in der wir nicht abwarten, sondern weiter darauf achten sollten, Plastikprodukte zu vermeiden und zu ersetzen. Wie Sie (Plastik-)Abfälle in Ihrem Alltag vermeiden können, erfahren Sie in unserem Zero Waste Blogbeitrag.

 

Wer lebt besonders nachhaltig?

Die Ergebnisse der Europawahl haben gezeigt, dass Klimaschutz und Umweltpolitik in Deutschland an Bedeutung gewonnen haben. Aber was unternehmen die Deutschen privat, um umweltbewusster zu leben? YouGov ist in Zusammenarbeit mit Statista dieser Frage auf den Grund gegangen. Eines der Kernergebnisse: Vor allem Befragte ab 55 Jahren sind besonders engagiert, im Alltag nachhaltiger zu leben. So gaben von den über 55-jährigen beispielsweise 66 Prozent an, im Alltag auf Plastik zu verzichten und regionale Lebensmittel zu bevorzugen (62 Prozent).

Je jünger die Befragten sind, desto geringer ist laut Umfrage die Bereitschaft, nachhaltiger zu leben und zu konsumieren. Bis auf die jüngsten Befragten im Alter von 18 bis 24 Jahren. Sie liegen bei Verzicht auf ein Auto und dem Kauf von Bio-Lebensmitteln vorn.

Welche Altersgruppe welche Gewohnheiten für ein nachhaltiges Leben am häufigsten umsetzt, können Sie dieser Grafik entnehmen:

Infograk YouGov

 

 

Fairtrade-Umsatz steigt auf 1,6 Milliarden Euro

Als „fair“ gelten Waren und Dienstleistungen, die vom Anfang der Lieferkette bis hin zum Endverbraucher soziale und ökologische Lebens- und Arbeitsbedingungen einhalten. Und der faire Handel ist auf dem Vormarsch. Besonders beliebt bei den Deutschen sind:

  • Kaffee und Kakao: 20.000 Tonnen fairer Röstkaffee ging 2018 über die deutschen Ladentheken – ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aber nicht nur Kaffee- sondern auch Kakao-Liebhaber griffen häufiger zur Fairtrade-Variante. Hierfür stieg der Umsatz um 48 Prozent.
  • Bananen: Die Lieblingssüdfrüchte der Deutschen sind Bananen. Der Marktanteil an Fairtrade-Bananen stieg auf 13,5 Prozent. Außerdem sind mittlerweile 90 Prozent der gelben Südfrüchte bio-zertifiziert.
  • Rosen: 427 Millionen Fairtrade-Rosen wurden 2018 in Deutschland verkauft (ein Marktanteil von 28 Prozent).
  • Textilien: Kleidung, die aus fairer Baumwolle produziert wurde, hat im letzten Jahr ein Umsatzplus von 14 Prozent verzeichnet. Neben Freizeitkleidung achten Verbraucher auch zunehmend auf fair-produzierte Berufskleidung.

Wie Umweltaspekte unsere Kaufentscheidungen im Alltag beeinflussen und welche Umweltsiegel und -zeichen auf nachhaltige Produkte hinweisen, können Sie in unserem Artikel zum „Nachhaltigen Konsum“ erfahren.

 

 „Ein guter Tag hat 100 Punkte“

Wohnen, Essen, Konsumieren: Fast alle Dinge, die wir im Alltag tun, erzeugen direkt oder indirekt Klimagase. 6,8 Kilogramm CO2 darf jeder Mensch täglich durch seine Handlungen ausstoßen, um unsere Welt und unser Klima im Gleichgewicht zu halten. Die Plattform „Ein guter Tag hat 100 Punkte“ hat diese 6,8 Kilogramm auf 100 Punkte umgerechnet. Mit der gleichnamigen Smartphone-App können wir Verbraucher nachvollziehen, welche Handlungen wie viele CO2-Punkte kosten. Diese Punkte werden am Ende eines Tages zusammengezählt. Sie zeigen uns, wo es sich lohnt, Vorsätze zu fassen und am eigenen Lebensstil etwas zu ändern – wie eine persönliche CO2-Diät. Punkte-Beispiele gefällig?

  • Mit dem Linienbus 5 Kilometer zur Arbeit fahren = 6 Punkte
  • Eine Tageszeitung kaufen = 3 Punkte
  • Einen Latte Macchiato bestellen = 5 Punkte
  • Acht Stunden im Büro am Computer arbeiten = 9 Punkte
  • Am Abend einen Rinderbraten und Pommes essen = 29 Punkte
  • Einmal Wäsche waschen = 15 Punkte

Ein guter Tag hat 100 Punkte

 

18. Juni: Tag der nachhaltigen Gastronomie

Bereits das fünfte Mal in Folge fand der „Tag der nachhaltigen Gastronomie“ statt, der von der Greentable-Initiative unterstützt und gefördert wird. Gemeinsam mit den Greentable-Partnern Demeter, Brita, Transgourmet Ursprung, Lebensbaum und Kaya&Kato hat die Initiative anlässlich des diesjährigen Aktionstages die „Gastro-for-Future“-Kampagne ins Leben gerufen. Gastronomen und Hoteliers konnten bis zum 18. Juni unter dem Hashtag #GastroforFuture ihre Best-Practice-Beispiele für ein nachhaltiges Engagement in der Branche teilen.

Alle Postings, die auf den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #GastroforFuture versehen wurden, können Sie jetzt auf der Greentable-Projektseite einsehen: https://www.greentable.de/gastroforfuture/

Hier können Sie sich auch nach dem "Tag der nachhaltigen Gastronomie" von den Ideen und Maßnahmen anderer Betriebe inspirieren lassen. Weitere nachhaltige Tipps für die Hotellerie und Gastronomie finden Sie zudem auf unserem Blog:

 

Stylish und nachhaltig: Sneaker aus altem Kaugummi

1,5 Millionen Kilogramm Kaugummi landen pro Jahr auf Amsterdams Straßen. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern bedeutet für die Stadt auch Millionen an Reinigungskosten. Die Lösung: Das städtische Marketing-Team hat sich mit dem Designer „Explicit Wear“ und der Firma „Gum-Tec“ zusammengeschlossen und produziert aus den alten Kaugummis stylishe Sneaker. Die Schuhe bestehen zu 20 Prozent aus recyceltem Kaugummi und zu 80 Prozent aus Leder. Pro Paar wird rund ein Kilogramm Kaugummi verarbeitet. Damit dies möglich ist, wurde ein spezielles Reinigungsteam beauftragt, das für das Projekt auf den Amsterdamer Gehwegen die alten Kaugummis einsammelt. Das Ergebnis ist der „Gumshoe“, für dessen Sohle eben diese klebrigen Reste verwendet werden und der im knalligem Kaugummi-Pink oder schlichtem Schwarz gekauft werden kann.

 

Verpackungen aus Glas bis zu 99 Prozent recyclingfähig

Egal ob weiß, braun oder grün: Glas verfügt im Durchschnitt über eine 90-prozentige Recyclingfähigkeit und ist damit laut Bundesverband Glasindustrie ein zukunftsfähiges Verpackungsprodukt. Aufgrund unterschiedlicher Verschlussarten besitzen einige Gläser eine etwas höhere Recyclingquote als andere:

  • 99 Prozent: Glasflaschen mit Metallverschluss, da auch die Metallanteile recycelbar sind (z.B. Weinflaschen oder Gurkengläser)
  • 93-98 Prozent: Glasflaschen mit sonstigen Verschlüssen (z.B. Olivenöl-Flaschen mit Holzverschluss oder Essig-Flaschen mit Korkverschluss)
  • 84-96 Prozent: Glasflaschen mit Kunststoffverschluss (z.B. Pfeffermühle oder Hustensaftflasche)

Störstoffe wie Keramik, die nicht im normalen Glascontainer entsorgt werden dürfen, werden im Recyclingprozess identifiziert und automatisch aussortiert, sind aber für den fehlenden einen Prozentpunkt zur 100-prozentigen Recyclingfähigkeit verantwortlich.

 

Nachhaltigkeit für mehr Restaurant-Gäste?

Länderübergreifend hat die Untersuchung von „Bookatable by Michelin“ ergeben, dass rund 90 Prozent der befragten Personen nachhaltig angebaute und produzierte Lebensmittel wichtig sind. Diese generelle Einstellung spiegelt sich auch in ihrer Restaurant-Auswahl wider: Demnach bevorzugen 73 Prozent der Personen Gastronomiebetriebe, die ihr Speisenangebot auf regionale und saisonale Produkte ausrichten. Mehr als zwei Drittel der Befragten gab zudem an, dass sie einen Geschmacksunterschied zu Bio-Produkten feststellen.

Inwiefern Umweltaspekte die generellen Kaufentscheidungen beeinflussen, können Sie in unserem Blog zum nachhaltigen Konsum nachlesen.

Sind Sie selbst in der Gastronomie oder Hotellerie tätig? Dann erfahren Sie in unserem Blog, wie Sie auch durch Upcycling-Ideen und -Konzepte mehr bzw. neue Gäste auf sich aufmerksam machen können.

Nachhaltige Restaurants

 

Pfandsystem für Take-Away Boxen

Die Deutschen sind im EU-Vergleich „Verpackungsmüll-Weltmeister“. Pro Kopf fallen jährlich im Durchschnitt 220 Kilogramm Verpackungen zur Entsorgung an. Um diese Spitzenposition nicht länger zu verteidigen, möchte das Start-up Rebento ein Pfandsystem für Take-Away-Boxen einführen, die in Restaurants und Imbissbuden verwendet werden. Mit dieser Idee trifft das Unternehmen den Nerv der Zeit, denn neben dem neuen Verpackungsgesetz hat die Europäische Union beschlossen, dass Take-Away-Boxen aus Styropor ab 2021 verboten sind. Und hier setzt die Idee von Rebento an: Künftig sollen Gastronomiebetriebe Plastikboxen mit Pfandsystem verwenden können, die dann – wie Pfandflaschen – in Supermärkten am Pfandautomaten zurückgegeben werden. Die dort abgegebenen Boxen werden im Anschluss eingesammelt und wieder an umliegende, teilhabende Restaurants und Imbissstände ausgegeben. Noch ist Idee vom Pfandsystem für Take-Away-Boxen nicht in der Praxis umgesetzt. Die ersten Partner-Restaurants, darunter z.B. die „Hans im Glück“ Ketten, Sausalitos und Vapiano, sind aber bereits gewonnen.

 

Mit dem Bambusrad durch die Stadt

Stabil und trotzdem leicht, außergewöhnlich und individuell und obendrauf noch umweltfreundlich: Ein Bambusfahrrad überzeugt in vielerlei Hinsicht. Die Idee der „Gras-Esel“ ist aber keine neue. Das erste Bambusfahrrad der Welt wurde bereits 1894 in London vorgestellt. Heute gibt es bereits eine Vielzahl an Herstellern, die die nachhaltigen Räder herstellen. Das Besondere: Jedes Fahrrad wird individuell nach den Wünschen der Kunden zusammengebaut – in Handarbeit! Ein Anbieter ist das Kieler Unternehmen my Boo, das seine Räder in mittlerweile über 100 Fachgeschäften europaweit verkauft. Für die Herstellung arbeitet das Unternehmen zusammen mit Partnern in Ghana. Dort wird der Bambus gewonnen und die Rohre in aufwendiger Handarbeit miteinander verbunden und perfektioniert. Durch den Verkauf der Bambusfahrräder finanziert und betreibt my Boo zudem eine eigene Schule in Ghana – und bietet somit Zugang zu guter Bildung in ländlichen Regionen. Die Bambusfahrräder sind also nicht nur bei uns, sondern auch in den Produktionsstandorten eine nachhaltige, faire Lösung.

Bambusfahrräder

 

Berlin will Modellstadt für Nachhaltigkeit werden

Die deutsche Hauptstadt gibt jährlich ca. fünf Milliarden Euro für Güter und Dienstleistungen aus. Um diesen Kostenblock zu senken und gleichzeitig ökologischer zu wirtschaften, wurden die Verwaltungsvorschriften für Beschaffung und Umwelt zum Teil überarbeitet. Die neuen Richtlinien beinhalten unter anderem:

  • Neue Bürogeräte und Kühlschränke müssen künftig Zertifizierungen oder den Energiestandard A+++ besitzen.
  • Papier muss recyclebar sein.
  • Bei Neubau und Komplettmodernisierungen muss das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude einhalten werden.
  • Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und von Politikern sollen sukzessive auf emissionsarme Elektro- und Hybridfahrzeuge umgestellt werden.

Auch für Büromöbel, Dienstkleidung und das Abfallmanagement werden neue Richtlinien eingeführt. Welche das sind, können Sie hier im Detail nachlesen.

Berlin als Modellstadt für Nachhaltigkeit

 

„Going Green“ auf der Berlin Fashion Week

Slow Fashion, Fair Fashion, Second-Hand-Formate sowie Recycling- und Mietkonzepte: Dass Nachhaltigkeit auch in der Modewelt angekommen ist, zeigte die diesjährige Berlin Fashion Week, die die Trends der nächsten Herbst/ Winter-Kollektion 2019/2020 vorgestellt hat. Nachhaltige Mode-Ideen, die man auch künftig im Auge behalten sollte und die auf der Fashion Week für viel Aufmerksamkeit gesorgt haben, sind u.a.:

  • Das Berliner Unternehmen humour.noir, das nachhaltige und vegane Handtaschen aus recyceltem Papier, Ananasfasern und Kork produziert.
  • Das Münchner Schuhlabel Nat-2, das Schuhe aus altem Kaffeesatz, Holz und sogar aus Pilzleder herstellt.
  • Swedish Stockings ist – wie der Name bereits verraten lässt – ein schwedisches Unternehmen, dass aus alten Nylon-Strumpfhosen und -strümpfen neue herstellt.
  • Die Designerin Elsien Gringhuis, die in ihre Textilien ein abwaschbares Baumwollgebe verarbeitet, sodass die Kleidung keinen Schmutz annimmt.
  • Das Label Working Title, unter dem die beiden Berliner Gründer Antonia Goy und Björn Kubeja vollständig auf die Verwendung von Kunststoffen verzichten und nur biologisch abbaubare Kleidung produzieren.

 

Die „Eco-Kantine“ in Thailand

Aus Kartons wird eine Kantine: Diese Upcycling-Idee hat die SIG in der Nikom Sang Ton Eang Grundschule in Thailand realisiert. Mehr als 1,4 Millionen Getränkekartons wurden für die Wände, Tische und Stühle der „Eco-Kantine“ verwendet, in der die 170 Kinder der Schule ihre Milch fortan aus Getränkekartons in einer Karton-Kantine trinken können. Das Projekt ist Teil des „Way Beyond Good“-Vorhabens, mit dem SIG Umwelt und Gesellschaft mehr zurückgeben möchte, als in Anspruch genommen wurde.

Die fertige Eco-Kantine in Thailand

 

Papier aus Grasfasern

Ob für Etiketten, Obst- und Gemüseverpackungen oder sogar für Autogrammkarten: Graspapier ist eine ressourcenschonende Alternative zu Frischfasern aus Holz. Die Vorteile:

  • Gras ist ein schnell wachsender Rohstoff.
  • Bei der Herstellung wird weniger Wasser und Energie benötigt.
  • Für die Herstellung kommt keine Chemie zum Einsatz.
  • Bei der Produktion werden weniger Treibhausgase verursacht.

Die Vorzüge des Graspapiers hat auch der Handel erkannt, der zunehmend auf den neuen Rohstoff zurückgreift. Auch als privater Konsument können Sie bereits Produkte aus Grasfasern erwerben, zum Beispiel Briefumschläge, Kopierpapier oder Visitenkarten. Übrigens: Graspapier kann ganz normal in der blauen Papiertonne entsorgt werden und ist auch für Allergiker mit Heuschnupfen geeignet.

 

Wohnen im Seefrachtcontainer

Upcycling ist Trend: Was Sie im Kleinen aus Papier und Glas für die eigenen vier Wände basteln können, macht das Unternehmen Containerwerk eins im Großen Stil: Ob Studentenwohnheim, Boardinghouse oder Mikroapartment: Mit den umgestalteten Seefrachtcontainern kann ressourcenschonend und flexibel neuer Wohnraum geschaffen werden. Vor allem in Gegenden mit angespannten Wohnungsmärkten bieten die Container eine ideale, schnelle Alternative. Der Vorteil: Die Raummodule können kurzfristig und je nach Bedarf einfach auf- und abgebaut und an einem anderen Standort platziert werden. Die temporäre Nutzung, Skalierbarkeit und Baukostensicherheit haben bereits das Interesse einiger Ferienparks, Seniorenheime und sogar von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erweckt – seine Mitarbeiter überlegen nämlich bereits, wie die Containerwohnungen in Krisengebieten während des Wideraufbaus der Heimat zum Einsatz kommen können.

Wohnen im Seefrachtcontainer von containerwerk eins

 

40 Jahre Blauer Engel

Mit dem Blauen Engel sind heutzutage fast 12.000 Produkte und Dienstleistungen von mehr als 1.500 Herstellern gekennzeichnet. Das Siegel garantiert den Verbrauchern, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung umweltverträglicher als eine vergleichbare Alternative eines anderen Herstellers ist. Die Angaben des Blauen Engels sind dabei aus drei Gründen so verlässlich:

  1. Das Umweltbundesamt überprüft alle drei bis vier Jahre die Auswahlkriterien, um die stetige technische Weiterentwicklung widerzuspiegeln und Unternehmen aufzufordern, ihre Produkte immer umweltfreundlicher zu gestalten.
  2. Viele Siegel betrachten immer nur einen Teilaspekt – beim Blauen Engel wird überprüft, ob der gesamte Zyklus eines Produktes oder einer Dienstleistung die hohen Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllt.
  3. Der Blaue Engel wird von einer weisungsfreien, unabhängigen Jury vergeben, die alle drei Jahre neu vom Bundesumweltministerium ernannt wird.

 

wisefood Strohhalme

„Eatapple“ – so heißt das Produkt, das die wisefood GmbH auf den Markt gebracht hat. Was dahinter steckt: Der weltweit erste Strohhalm, der essbar ist. Wie der Name bereits verraten lässt, bestehen die Trinkhalme aus speziell behandelten Apfeltresten. Die „Eatapple“-Trinkhalme schmecken nach Apfel, geben ihren Geschmack jedoch nur sehr wenig bis gar nicht an die Getränke ab. Die nachhaltige und ökologische Alternative bietet damit einen leckeren Ersatz zu den 40 Milliarden Plastikstrohhalmen, die allein in Deutschland jährlich im Müll landen. Für diese Idee wurden die jungen Gründer, die aus Sachsen kommen, kürzlich auch mit dem futureSAX-Award 2018 ausgezeichnet. Von anfangs 30-50 Trinkhalmen am Tag können heute bereits mehr als 10.000 Stück täglich produziert werden.

Wer sich von „Eatapple“ selbst überzeugen möchte, der kann auf der Webseite der wisefood GmbH die essbaren Strohhalme für die nächste Party einkaufen.

 

Share bietet recycelte Wasserflaschen und noch mehr

Als erster deutscher Anbieter hat das Unternehmen Share Wasserflaschen auf den Markt gebracht, für die kein neues Plastik in den Umlauf kommt. Das Plastik, das für die Herstellung genutzt wird, wird im Recycling-Prozess sortiert, zerkleinert, gereinigt und zu neuen, hochwertigen Flaschen hergestellt. Share ist aber nicht nur für seine recycelten Plastikflaschen bekannt, denn das Unternehmen hält, was der Name verspricht: „Sharing“. Neben Wasser verkauft Share auch Bio-Nussriegel und Handseife. Das Besondere: Mit jedem gekauften Produkt hilft Share einem Menschen in Not nach dem 1+1 Prinzip.

Durch den Kauf einer Wasserflasche unterstützt Share in Kooperation mit „Aktion gegen den Hunger“ den Bau oder die Reparatur von Brunnen.

Jeder verkaufte Nussriegel hilft dabei, dass Share in Kooperation mit der Berliner Tafel e.V. und „Aktion gegen den Hunger“ Nahrungsmittel für Menschen in Not finanzieren kann.

Mit jedem Kauf einer Share-Handseife finanziert das Unternehmen gemeinsam mit „Aktion gegen den Hunger“ und der Welthungerhilfe die Verteilung von Seifen.

Jedes verkaufte Produkt enthält zudem einen Tracking-Code, mit dem online eingesehen werden kann, wie und wo geholfen wird. Share-Produkte gibt es mittlerweile in vielen dm und REWE-Märkten. Aber auch im Online-Shop können Sie durch Ihren Einkauf Gutes tun.

 

Bildnachweise

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