Wenn die Weihnachtsbeleuchtungen aus dem Keller geholt werden und in der Luft der Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein schwebt, dann hat sie begonnen – die Vorweihnachtszeit. Neben dem Geschenke kaufen, den Weihnachtsmarktbesuchen und den Vorbereitungen für das große Fest geht es häufig jedoch auch hektisch zu. Dabei dann auch noch an die Umwelt denken? Unbedingt! Denn zur wohl schönsten Zeit des Jahres fallen durchschnittlich 20 bis 30 Prozent mehr Abfälle als im Rest des Jahres an. Unter dem Motto „nachhaltige Weihnachten“ werden in Berlin deshalb schon einige Weihnachtsmärkte ausgerichtet. Wir haben für Sie zusätzlich fünf nachhaltige Weihnachtstipps zusammengetragen, die die Umwelt und den Geldbeutel schonen und zusätzlich auch noch Spaß machen.

1. Adventskranz und -kalender: Die Do-it-yourself-Varianten sind doch eh viel schöner

Adventskalender selber machenVor dem Heiligen Abend steht der Advent, die stille Zeit der Erwartung. Während Adventskalender vor einigen Jahren nur Kindern Geduld lehren sollten, greifen heutzutage auch Erwachsene mehr und mehr zu dem schönen Brauch. Ob Süßigkeiten, Spielzeug oder ausgefallenere Varianten mit Gewürzen, Wurst oder Tee – Adventskalender gibt es für Klein und Groß in unzähligen Ausführungen. Die schönste, persönlichste bleibt jedoch die selbstgemachte Variante. Starten Sie Ihre nachhaltigen Weihnachten daher mit Kreativität, einigen Bastelutensilien und eigenen, persönlichen Adventskalenderfüllungen. Greifen Sie dabei zu Verpackungen, die Sie auch in den nächsten Jahren immer wiederverwenden können oder kaufen Sie einen hängenden Kalender aus Stoff. Besonders nachhaltig sind Sie zudem, wenn Sie auf gekaufte Füllungen gänzlich verzichten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Aktiv-Kalender, der jeden Tag eine Botschaft für gemeinsame Stunden enthält? Ob Winterspaziergang, gemeinsame Weihnachtsdekorationen basteln, Weihnachtslieder lernen oder Plätzchen backen: Die Unternehmungen müssen dabei gar nicht kostspielig sein.

Adventskranz selber bastelnDamit die selbstgemachten Plätzchen in weihnachtlicher Manier am besten schmecken, ziert der Adventskalender die Tische in vielen Haushalten. Vom vierten Sonntag vor Weihnachten an wird jeden Sonntag eine Kerze angezündet. Aus frischem Tannengrün, das zu einem Kranz geflochten, mit Drähten zusammengehalten und mit vier roten Kerzen besteckt ist – so sieht der klassische Adventskranz aus. Was sieht hübsch aus und spart zudem Abfälle? Die Do-it-yourself-Variante! Sie können zum Beispiel Ihre Kerzen auf einem flachen, runden Holztablett in mit Sand gefüllte Marmeladengläser stellen. Dazwischen legen Sie etwas Tannengrün, Zweige mit roten Beeren der Eibe oder Kornelkirsche, getrocknete Orangenscheiben und Zimtschoten. Das duftet, sieht toll aus und lässt sich später problemlos im Kompost oder in der Biotonne recyclen. Wichtig dabei: Behandeln Sie Kerzen und Schmuck nicht mit weißen Lacken, Glitzer- oder Silbersprays und verzichten Sie auch auf jede Dekoration aus Plastik.

Die Tage von Adventskalendern aus dem Supermarkt und gekauften Adventskränzen sind mit den nachhaltigen, selbstgebastelten Varianten im wahrsten Sinne des Wortes gezählt.

2. Geschenke ohne Reue und von bleibendem Wert

Nachhaltige GeschenkeZur Adventszeit steht stets die große Frage „Was schenke ich in diesem Jahr?“ im Raum. Während die Wunschzettel der Kleinen noch voll beschrieben sind, haben Erwachsene doch meist schon alles und sind ratlos. Dabei gibt es schöne ideelle Geschenke: Patenschaften, eine Mitgliedschaft im Fitness-Center, Kochkurse oder einen Wellness-Tag. Ein Gutschein für einen gemeinsamen Kinobesuch, einen Spieleabend oder zwei Konzertkarten sorgen für Freude über den Tag hinaus. Wer kreativ und handwerklich geschickt ist, wird vielleicht Altes und Entbehrliches „upcyclen“ können. So entstehen durch Upcycling originelle Geschenke und echte Unikate.  

Auch abseits des Materiellen ist Nachhaltigkeit beim Schenken möglich: Wer nicht sicher ist, was er verschenken soll, braucht nur zu überlegen, was er sich selber wünscht: Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit.

Wenn es doch auf ein materielles Geschenk hinausläuft, dann sollte es im besten Fall nützlich, robust und sinnvoll sein. Aber gerade Kinder und Jugendliche können manches gebrauchen und wünschen sich vieles, das in ein nachhaltiges Weihnachten nicht immer passt. Nutzen Sie die Vorweihnachtszeit dann aber zum Beispiel, um Spielsachen, denen schon längst keine Beachtung mehr geschenkt wurde, an einen Second Hand Laden oder eine wohltätige Einrichtung zu spenden. Das schafft Platz für Neues und tut gleichzeitig Gutes.

3. Wie verpacke ich effektiv, hübsch und nachhaltig?

Verpackungen ohne MüllSo schön das Geschenkpapier im Handel auch aussieht, so verschwenderisch ist auch der Umgang damit. Oft erst wenige Stunden vor der Bescherung eingepackt, landet es in Massen nach kurzem Betrachten direkt in der Papiertonne. 10 bis 15 Prozent: Um soviel erhöht sich das Papieraufkommen im Dezember im Bundesdurchschnitt.

Die Alternative: Greifen Sie zu Umwelt-Geschenkpapier aus Altpapier oder werden Sie mittels Upcyclings erneut kreativ. Schuhkartons sind dabei eine tolle Alternative. Fragen Sie bei Ihren Schuhläden in der Umgebung nach, ob Sie einige leere Kartons bekommen können. Auch auf Online-Marktplätzen wie Ebay bieten viele Personen ihre leeren Kartons kostenlos zur Abholung an.

Zum Verpacken der Geschenke eignet sich aber noch einiges mehr:

  • Tapetenbahnen, die zum Tapezieren zu kurz waren
  • Blätter alter Kalender
  • Alte Zeitungen und Zeitschriften
  • Geschenktüten, die Sie beliebig oft wiederverwenden können
  • Einmachgläser, die mit Bändern aus Naturfasern verziert werden
  • Back- und Packpapier, das vorher bemalt werden kann
  • Wiederverwendbare Blechdosen
  • Schals, Tücher oder Kleidung als „Geschenke verpacken mit Geschenken"

4. Wie Sie bei der süßen Schokolade die bitteren Seiten vermeiden

Faire Produkte einkaufenZum Nikolaustag am 6. Dezember und erst recht am Heiligabend wird reichlich Schokolade verschenkt und verzehrt. Dabei begegnen uns der Nikolaus und der Weihnachtsmann als Reliefbild, als Schokoladenhohlkörper, auf bunten Tellern, in Adventskalendern und Nikolausstiefeln – und vorher in den Supermärkten, wo sie zu Tausenden wie die Zinnsoldaten in Reih und Glied in den Regalen stehen.

Nicht das Teuerste ist aber immer das Beste – achten Sie für Ihr nachhaltiges Weihnachtsfest deshalb auf faire Produkte. Die ideale Kombination: Biologisch angebaut und fair vom Großhandel und Importeur bezahlt. Das GEPA-Siegel, das UTZ-Siegel und die Bezeichnung Fairtrade sind Indizien für Nachhaltigkeit. Je weniger E-Nummern ausgewiesen sind, desto weniger künstliche Aromen enthält die Schokolade. Unnötige Umweltsünden liefert zusätzlich oft die Verpackung. Ohne geht es nicht, das ist klar. Vier Regeln sollten aber gelten:

  • Das Verhältnis zwischen Aufwand und Inhalt muss stimmen
  • Hauptbestandteile sind Pappe und Papier
  • Der Anteil von Alufolie ist gering
  • Auf Plastikfolien und -formen und auf Einzelverpackungen hat der Hersteller verzichtet

Merke: Eine üppige (teure) Verpackung signalisiert keinesfalls eine erlesene Qualität – oft gilt gerade das Gegenteil.

5. A Tännchen, please!

Weihnachtsbaum im TopfChristbaum oder Zweig, verwurzelt oder abgeholzt, Natur oder Kunst? An diesen drei Grundsatzfragen scheiden sich die Geister. Für die meisten gehört zum Weihnachtsfest ein Weihnachtsbaum. Allerdings werden bis zu 29 Millionen Tannenbäumchen jährlich in Deutschland zu Weihnachten gefällt bzw. abgesägt. Zum Vergleich: In ganz Berlin stehen gerade einmal eine Million Bäume.

Der Favorit in den meisten Haushalten ist immer noch die klassische Tanne. Wählen Sie diese jedoch mit Bedacht. Denn es gibt regelrechte Weihnachtsbaumplantagen, auf denen -wie in der industriellen Landwirtschaft - die Bäumchen mit Kunstdünger und Herbiziden auf schnelles Wachstum getrimmt werden. Auch die Gentechnik beginnt den Weihnachtsbaum als Forschungsobjekt zu entdecken. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Baum für Ihre nachhaltigen Weihnachten mit einem Naturland-, Bioland- oder FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) gekennzeichnet ist. Sonst empfiehlt es sich, zumindest einen heimischen Nadelbaum zu kaufen, vielleicht über einen Förster. Wenn diese Bäumchen aus einer Durchforstung stammen, sind sie nur deswegen gefällt worden, um den Wald licht und luftig zu halten. Dann haben Sie im Sinne der Natur gehandelt.

Unser Weihnachtsbaum-Favorit für nachhaltigen Weihnachten stammt aus dem Topf und kann gemietet werden. Weihnachtsbaum mieten? Richtig gehört! Nach den Feiertagen können Sie den Weihnachtsbaum im Topf dann nämlich wieder abgeben – oder lassen ihn von Zuhause abholen. Die Bäume werden dann im laufenden Jahr wieder in Baumschulen eingepflanzt, können sich vom Weihnachtsstress erholen und erstrahlen im nächsten Jahr die Wohnzimmer in neuem (altem) Glanz.    

FAZIT:

Nachhaltige Weihnachten feiern – das ist gar nicht so schwer wie gedacht. Schenken Sie mit Bedacht, planen Sie mit Dingen, die Sie bereits vorrätig haben und entdecken Sie die nachhaltigen, grünen Alternativen – ob Recycling-Geschenkpapier oder Weihnachtsbaum im Topf – die es bereits auf dem Markt gibt. Sie wollen noch mehr Tipps und Tricks für abfallarme Weihnachten? Dann schauen Sie doch einfach auch bei unserer Muttergesellschaft BSR vorbei. Hier sind noch so einige Ideen zum umweltbewussten Schenken und Genießen zu finden.

Allen voran: Haben Sie eine besinnliche, schöne Adventszeit!

 

Bildnachweise

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